Während der Fußball-Weltmeisterschaft klingeln die Kassen in den Wettbüros. In Oberösterreich gibt es 14 lizenzierte Anbieter dafür. Der Branchensprecher erklärt im „Krone“-Gespräch, was die WM für Wett-Unternehmen so wichtig macht. Kritik zur Suchtgefahr kontert er.
Die laufende Fußball-WM bricht nicht nur auf dem Rasen, sondern auch in den Wettbüros Rekorde: Wurden bei der letzten Austragung 2022 mit Sportwetten noch 35 Milliarden US-Dollar umgesetzt, sollen es heuer mehr als 50 Milliarden werden.
„Es ist die wichtigste Zeit des Jahres für die Wettbranche“, sagt Wolfgang Krenn, Vize-Obmann der Freizeit-Fachgruppe in der Wirtschaftskammer Oberösterreich und selbst Glücksspielunternehmer. Nicht nur wegen des großen Umsatzes: „Großereignisse legen das Scheinwerferlicht auf die Sportwettenbranche, das wird natürlich auch werbetechnisch genutzt. Der Vorteil ist: Bei einer WM zieht man auch viele an, die sonst nicht wetten.“ Tatsächlich laufen in den neu eingeführten Trinkpausen während der Spiele bei den TV-Übertragungen nun hauptsächlich Werbespots von Wettanbietern.
14 Unternehmen dürfen in OÖ Wetten anbieten
Wetten dürfen in Oberösterreich nur mit Bewilligung der Landesregierung angeboten werden. 14 Betriebe haben hierzulande eine Lizenz dafür. Für Spieler ist das Wetten freilich auch gefährlich, hat das „Zocken“ doch ein hohes Suchtpotenzial. „Jedes Wettunternehmen braucht ein Spielerschutzkonzept“, argumentiert Krenn. So sind die Anbieter zum Beispiel gesetzlich verpflichtet, Kunden bei zu hohen Verlusten zu einem Gespräch vorzuladen oder sogar zu sperren.
Trotz Smartphones und Co. ist das Wetten direkt in Wettbüros oder anderen Annahmestellen wie Trafiken nach wie vor gefragt: „Wir haben immer einen Schlüssel von 60 Prozent online und 40 Prozent in den Annahmestellen“, sagt Krenn. Über Siege der großen Fußballnationen, auf die viele setzen, freut sich die Branche selten: „Wenn Favoriten gewinnen, ist es oft ein Verlustgeschäft. Aber insgesamt ist die WM natürlich ein Gewinn“, so der Branchenvertreter.
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