Ukraine schlägt zurück

Putin gesteht: „Ja, wir sehen Probleme“

Außenpolitik
28.06.2026 19:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am Sonntag waren ungewöhnliche Töne aus Moskau zu hören: „Ja, wir sehen Probleme. Wir sind uns dessen bewusst und reagieren darauf (...)“, sagte der russische Präsident Wladimir Putin beim Kongress der Regierungspartei Edinaja Rossija“ (Geeintes Russland). Dabei bezog er sich auf die jüngsten Angriffe der Ukraine.

Die Regierung werde jetzt sowohl die Sicherheit des Landes als auch der Bürgerinnen und Bürger sowie „die Unverletzlichkeit unserer Grenzen auf lange Sicht gewährleisten“, kündigte Putin an. Trotz anderslautender Berichte von den Fronten behauptete er jedoch, die ukrainischen Truppen zögen sich „in alle Richtungen zurück“. Kiew greife außerdem zu „terroristischen Methoden“ und werde vom Westen „als Rammbock im Kampf gegen Russland“ unterstützt.

Die Parteiführung kam am Sonntag zusammen, um die Linien für die Parlamentswahlen im September festzulegen. Als Probleme im Ukraine-Krieg führte der russische Machthaber dabei „terroristische Angriffe auf unser Territorium und auf Infrastruktur-Einrichtungen“ an. Damit dürften unter anderem die regelmäßigen Attacken der Ukraine auf die Halbinsel Krim sowie die jüngsten Angriffe auf eine Ölpumpstation in Moskau und ein Rüstungswerk in der Region Wolgograd gemeint sein.

Selenskyj: „Sorgfältig kalkuliert“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach vor Kurzem von einer „sorgfältig kalkulierten Strategie“. Es gehe darum, die Versorgungswege des russischen Militärs zu stoppen und den Kriegsgegner zum Frieden zu zwingen. Eine neue ukrainische Bodenoffensive gilt aufgrund der fehlenden Kapazitäten derzeit aber nicht als wahrscheinlich.

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An den Tankstellen gibt es Warteschlangen, die benötigten Benzinsorten sind nicht immer vorrätig.

Russlands Präsident Wladimir Putin

Auch ohne diese sieht sich Russland laut Putin einem „beispiellosen Druck“ westlicher Eliten ausgesetzt. Diese würden die Angriffe der Ukraine auf Russland ignorieren, sagte er am Sonntag. Der Machthaber hat nun eine Krisensitzung zu den aktuellen Versorgungsproblemen mit Treibstoffen einberufen. „An den Tankstellen gibt es Warteschlangen, die benötigten Benzinsorten sind nicht immer vorrätig“, führte er aus. Es werde bereits über ein Exportverbot für Diesel nachgedacht, und man habe begonnen, die Benzinreserven anzuzapfen. Im Juli würde aber wohl die Produktion der wichtigsten Treibstoffe erhöht werden, sagte Putin. Auf der Krim geben die Tankstellen inzwischen gar keinen Treibstoff mehr an Privatpersonen ab.

Selenskyj kündigte unterdessen weitere Schläge gegen strategische Objekte in Russland an. „Jede unserer Langstrecken-Sanktionen verringert die Ressourcen, die für die russische Kriegsmaschinerie arbeiten, und ist ein Schritt zum Frieden“, sagte er.

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