Mega-Projekt in OÖ

Kronstorf: Kaineder will Google-Wärme für Region

Oberösterreich
26.06.2026 15:57

In der OÖ-Landesregierung bahnt sich der nächste Konflikt an: Die Grünen sind per se gegen das Mega-Rechenzentrum von Google in Kronstorf, jetzt fordern sie Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) noch auf, was zu tun ist: Gefordert wird ein verbindlicher Plan, wie die entstehende Abwärme künftig zum Heizen genutzt werden soll.

Grünen-Landesrat Stefan Kaineder richtet seinem Regierungskollegen Markus Achleitner (ÖVP), was er zu tun hat. Noch bevor das geplante Google-Rechenzentrum in Kronstorf seinen Betrieb aufnimmt, soll der Wirtschafts- und Energielandesrat einen verbindlichen Plan vorlegen, wie die gewaltigen Mengen an Abwärme genutzt werden. Die Grünen wollen verhindern, dass die bei der Kühlung der Server entstehende Wärme ungenutzt verpufft.

Fest steht für die Grünen: Das Rechenzentrum wird enorme Mengen an Strom benötigen. Ebenso fest steht aber auch, dass dabei große Mengen an Wärme entstehen. Genau darin sehen Kaineder und die grüne Klimaschutzsprecherin Anne-Sophie Bauer ein bislang ungenutztes Potenzial. Die Abwärme könne Wohnungen, Schulen oder Betriebe in der Region versorgen.

„Oberösterreich muss Maximum herausholen“
„Die falschen Entscheidungen rund um diesen Standort sind vor Jahren gefallen. Jetzt darf niemand die Hände in den Schoß legen. Wenn Google in Kronstorf einen riesigen Energie-Großverbraucher baut, dann muss Oberösterreich wenigstens das Maximum für die Menschen herausholen: Wärme für Wohnungen, Schulen und Betriebe“, sagt Kaineder.

Die Grünen verweisen auf das oberösterreichische Energieeffizienzgesetz. Dieses schreibt vor, dass Rechenzentren mit mehr als einem Megawatt nominalem Gesamt-Energieinput Abwärme oder andere Formen der Wärmerückgewinnung nutzen müssen. Deshalb verlangen sie von Achleitner noch vor der Inbetriebnahme Antworten auf mehrere zentrale Fragen: Wo soll die Abwärme künftig genutzt werden? Wer errichtet ein mögliches Wärmenetz? Wer trägt die Kosten? Welche Gemeinden, Wohnanlagen oder Betriebe profitieren davon? Und welchen Beitrag leistet Google selbst?

Abgeordnete Bauer sagt: „Achleitner hat die Riesenchance, dass aus Paragrafen warme Heizkörper werden. Die Menschen haben nichts davon, wenn die Abwärme ungenutzt verpufft.“

Zitat Icon

Achleitner hat die Riesenchance, dass aus Paragrafen warme Heizkörper werden.

Anne-Sophie Bauer, Grüne

Dass ein solches Modell funktionieren kann, zeige Google nach Ansicht der Grünen bereits selbst. Im finnischen Hamina soll die Abwärme des dortigen Google-Rechenzentrums künftig rund 80 Prozent des örtlichen Fernwärmebedarfs decken. „Was in Finnland möglich ist, muss auch in Oberösterreich machbar sein“, fordert Bauer.

Kaineder nutzt die Debatte zugleich für einen weiteren Angriff auf die Energiepolitik seines Regierungskollegen. Das Rechenzentrum werde den Strombedarf massiv erhöhen. Gleichzeitig bremse das Land beim Ausbau der Windkraft. Für den Grünen ist das ein Widerspruch.

„Wir können nicht auf der einen Seite solche Großverbraucher ins Land holen und auf der anderen Seite Windkraft ausbremsen. Wer neue Stromlasten zulässt, muss erneuerbare Energie in Oberösterreich auch wirklich möglich machen. Achleitner kann nicht gleichzeitig den roten Teppich für einen Mega-Stromverbraucher ausrollen und bei der Windkraft auf die Bremse steigen. Wer Google-Strom will, muss Windräder zulassen. Alles andere ist Energiepolitik mit angezogener Handbremse“, sagt Kaineder.

Deshalb erneuert der Grünen-Landesrat auch seine Forderung, die geplanten Windkraft-Verbotszonen zu streichen. Nur mit zusätzlicher erneuerbarer Stromerzeugung könne Oberösterreich den steigenden Energiebedarf künftiger Großprojekte decken.

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