SWV übt Kritik

Google in Kronstorf: „Projekt braucht Transparenz“

Oberösterreich
14.08.2026 08:00

Beim geplanten Google-Rechenzentrum in Kronstorf geht es um Milliarden, enorme Mengen Strom und Wasser – doch aus Sicht der roten Wirtschaftsvertreter fehlen klare Fakten. SWV-Präsident Manfred Zaunbauer fordert jetzt volle Transparenz.

Manfred Zaunbauer ist Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands Oberösterreich. Er ist die Stimme der SPÖ-nahen Unternehmer, von denen es vor allem im Zentralraum welche gibt. Die Roten stellen sich nicht per se gegen das Rechenzentrum von Google in Kronstorf, sehr wohl haben sie aber ein Problem mit der Informationspolitik des Betreibers und des Landes.

Zaunbauer sagt: „Wer 50 Hektar Ackerland versiegelt und das Stromnetz mit bis zu 500 Megawatt belastet, muss reinen Wein einschenken und nicht nur beim Spatenstich lächeln und danach schweigen.“ Der SWV-Präsident ortet widersprüchliche Angaben zu den Projektdetails, konkret etwa beim benötigten Kühlwasser, das aus der nahen Enns entnommen werden soll. Einmal heiße es 99 Liter, dann wieder 200 Liter Kühlwasser pro Sekunde, so die Kritik.

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Wer 50 Hektar Ackerland versiegelt und das Stromnetz mit bis zu 500 Megawatt belastet, muss reinen Wein einschenken und nicht nur beim Spatenstich lächeln.

Manfred Zaunbauer, SWV

Ebenso beim Stromverbrauch im Vollausbau, wo laut SWV drei unterschiedliche Zahlen herumschwirren. 4,4 Terrawattstunden laut Büro von Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP), 1,5 bis zwei Terrawattstunden laut E-Control – „und ein von Achleitner unbeziffertes weniger als die Hälfte“, sagt Zaunbauer.

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Dass der neue Google-Standort direkt in Oberösterreich, in der Mitte von Industrie, Wirtschaft und Universitäten, entsteht, ist ein unschätzbarer Vorteil.

Landesrat Markus Achleitner, ÖVP

Die roten Wirtschaftsvertreter sprechen ebenso von einem doppelten Maßstab in der Energiepolitik. Innerhalb von elf Jahren sei in OÖ gerade einmal eine Windkraftanlage errichtet worden. „Für einen Weltkonzern geht plötzlich alles blitzschnell“, sagt Zaunbauer.

Achleitner kontert der Kritik und sagt zur „Krone“: „Das Google-Rechenzentrum ist ein Investment in Milliardenhöhe, von dem der gesamte Standort Oberösterreich profitieren wird. Wir brauchen schnelles Internet und wir brauchen Rechner- und Speicherkapazität. Dass der neue Google-Standort direkt in Oberösterreich, in der Mitte von Industrie, Wirtschaft und Universitäten, entsteht, ist ein unschätzbarer Vorteil.“

Zu dem angeblichen Wirbel zu den Leistungszahlen sagt Achleitner: „Es wird auch ein Magnet für Betriebsansiedelungen sein. Der Energiebedarf wird schrittweise steigen, Google hat angekündigt, den Betrieb in der Anfangsphase mit einer Leistung von 150 Megawatt hochzufahren. Im Vollausbau könnte sich die Anschlussleistung auf bis zu 500 Megawatt erhöhen. Der tatsächliche Strombedarf hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem der Auslastung des Rechenzentrums, also die zu einem bestimmten Zeitpunkt nachgefragte Rechenleistung, oder etwa dem Kühlbedarf, der je nach Außentemperatur variieren wird.“

Kommentar
Hauptsache, es stimmt

Ein wenig kann man die Kritik des roten Wirtschaftsvertreters schon verstehen: Wenn es ständig unterschiedliche Zahlen zu einem Projekt gibt und noch nicht einmal klar ist, ob und wie unsere Bauwirtschaft bei der Errichtung des Google-Rechenzentrums profitiert, wird die Begeisterung kaum steigen.

(Bild: Krone KREATIV)

Außer Frage steht die Notwendigkeit solcher großer Anlagen, die für die Technologisierung wichtige Voraussetzungen sind. Den Befürwortern muss es aber auch gelingen, transparenter zu agieren. Ob es der Weltkonzern Google ist oder das Land selbst – das ist zweitrangig. Hauptsache, es stimmt.

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