Der Gründer einer Bürgerliste in Wöllersdorf (Niederösterreich) wollte dem Altbürgermeister die Ehrenbürgerschaft aberkennen lassen. Bereits gleich nach der Debatte im Gemeinderat fühlte sich der Mandatar bedroht. Am nächsten Morgen fand er die Bestätigung dafür vor der Haustür ...
Eine durchaus brisante Diskussion hatte Peter Werbik am Donnerstagabend in der Gemeinderatssitzung in Wöllersdorf, Bezirk Wiener Neustadt, angestoßen. Der Gründer einer Bürgerliste forderte, dass Altbürgermeister Gustav Glöckler (ÖVP) die Ehrenbürgerschaft aberkannt werden solle. Der Hintergrund: Der Ex-Politiker stehe nach wie vor im Sold der Gemeinde und belaste das ohnehin angespannte Budget über Gebühr, argumentierte der ehemalige Freiheitliche.
Öffentlichkeit ausgesperrt
Die Debatte wurde hinter verschlossenen Türen im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung ausgetragen. Die finale Abstimmung endete dann mit einem Unentschieden – damit galt der Antrag als abgelehnt. Für eine Aberkennung des Ehrentitels wäre eine Zweitdrittel-Mehrheit notwendig gewesen, heißt es aus dem Rathaus. Doch damit war die Angelegenheit noch nicht erledigt.
Gemüter waren erhitzt
Denn die aufgeheizte Stimmung kühlte offenbar nicht ab. Nach der Sitzung soll es zu einem Wortgefecht zwischen Werbik und einem anderen Mandatar gekommen sein: „Dieser sagte zu mir: ,Pass auf dich auf, Peter’.“ Der Antragsteller fasste das als Drohung auf – und erstattete Anzeige.
Ehefrau entdeckte „Botschaft“
Der große Schock folgte am Freitag. „Meine Frau fand eine Nachricht, die in den Lack unseres Autos geritzt worden war. Der Wortlaut: ,Du bist tot’“, berichtet Werbik. Auch diesen Vorfall meldete der Ortspolitiker umgehend bei der Polizei. Der Listen-Gemeinderat will zwar niemanden beschuldigen, doch für ihn steht fest: „Diese Drohung ist politisch motiviert.“
Schade, dass positive Aspekte der Gemeindepolitik durch solche Vorfälle in den Hintergrund treten.

Florian Pfaffelmaier ÖVP-Bürgermeister von Wöllersdorf
Bild: ZVG Marktgemeinde Wöllersdorf
Ortschef will vermitteln
Sowohl von dem Vorfall direkt nach der Sitzung, als auch von der Drohung im Autolack hatte Bürgermeister Florian Pfaffelmaier am Freitagvormittag bereits erfahren. „Diese Eskalation ins persönliche Umfeld ist ein Wahnsinn. Sowas hat in der Politik nichts verloren“, betont der ÖVP-Ortschef. Er will das Thema bei den nächsten Fraktionsgesprächen ansprechen und in der Causa vermitteln.
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