Nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 befand sich Syrien in einem kollektiven Vakuum. Eineinhalb Jahre lang dokumentierte Fotograf Dominic Nahr die Geburt einer neuen Ordnung aus den Trümmern der Diktatur. Seine Bilder sind jetzt in Wien zu sehen.
Die Fotos der Ausstellung „Echoes of Everyday Syria“ in der Leica Galerie in Wien beleuchten die Spannung zwischen politischer Willkür, militärischer Kontrolle und gelebter Realität im syrischen Bürgerkrieg – und wie sich Kontrolle in Landschaften und Lebensräumen widerspiegelt. Sie entstanden auf mehreren Reisen, die der Schweizer Fotojournalist zwischen Winter 2024 und Frühling 2026 nach Syrien unternahm.
„Fragile Sehnsucht nach Frieden“
„Ein komplexes Mosaik aus Sunniten, Schiiten, Alawiten, Christen, Drusen und Kurden teilt sich nun denselben Raum, zutiefst gezeichnet von alten Traumata und zugleich getragen von einer fragilen Sehnsucht nach Frieden. Die Bilder fangen diese Suche nach Identität jenseits der großen Schlagzeilen ein“, kommentiert Nahr seine ausgestellten Werke. Sie dokumentieren nicht nur die Freude über den Sturz, sondern auch den Alltag zwischen Trümmern und Verlust und Schmerz angesichts von Folter und Mord.
Fotograf Dominic Nahr beschreibt, wie seine Bilder entstanden sind.








„Risse im Fundament“
„Die Ausstellung zeigt die Risse im Fundament, vor allem aber die leisen Echos eines Alltags, in dem das Weiterleben und das Prinzip Hoffnung untrennbar miteinander verwoben sind“, so der vielfach preisgekrönte Fotograf. Nahr fotografiert heute hauptberuflich für die Neue Zürcher Zeitung. Für Publikationen wie „Time Magazine“ oder „National Geograhpic“ dokumentiert er seit 20 Jahren Krisenherde in aller Welt.
Die Ausstellung „Echoes of Everday Syria“ kann noch bis 12. September 2026 bei freiem Eintritt in der Leica Galerie in der Wiener Innenstadt besichtigt werden.
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