Wird das noch was? Bereits am 30. August geht es mit den US Open los und die Frage aller Fragen lautet: Kann Carlos Alcaraz endlich wieder spielen? Die Zeitleiste des Heilungsprozesses und Eindrücke von seinen letzten Trainings machen Ex-Stars wie Boris Becker und Andy Roddick skeptisch.
Die Zeit wird knapp. Nur zwölf Tage sind es noch bis zum Start der US Open. Mit oder ohne den Titelverteidiger? Seit April hat Carlos Alcaraz wegen einer Handgelenksverletzung kein Match bestritten, der Heilungsprozess verlief schleppend. Die letzten Videos von seinem Training, etwa gestern mit dem ebenfalls rekonvaleszenten Holger Rune, legen nahe, dass er von 100 Prozent weit entfernt ist.
Der sechsmalige Grand-Slam-Sieger Boris Becker meinte schon vor einiger Zeit: „Wenn er Mitte Juli nicht einmal sachte einen Ball schlagen konnte, bezweifle ich, dass es mit den US Open etwas wird.“
Andy Roddick, der in New York 2003 den Titel holte, bezweifelt, dass es für Alcaraz weise wäre, sein erstes Match bei einem Grand Slam zu bestreiten, da die Belastung über mögliche fünf Sätze zu hoch wäre. „Ich bin kein Arzt und habe keine speziellen Informationen, aber ich bezweifle, dass er dort spielt. Wenn du so sorgfältig warst, wirst du nicht plötzlich unverantwortlich.“ Wenngleich Alcaraz nächste Woche theoretisch noch in Winston-Salem als Test antreten könnte.
Rückkehr vielleicht erst 2027?
Doch auch Greg Rusedski, US-Open-Finalist 1997, ist sicher: „Ich wäre sehr überrascht, ihn in New York zu sehen. Ich glaube eher, dass er erst nächstes Jahr zurückkehrt. Alcaraz wird das nicht riskieren.“ Handgelenksverletzungen gelten im Tennis als besonders gravierende Probleme. Bekanntlich musste auch Österreichs Tennisstar Dominic Thiem wegen einer solchen letztlich seine Karriere beenden, ebenso wie Juan-Martin del Potro, US-Open-Sieger von 2009.
Spaniens Ex-Top-10-Spieler Emilio Sanchez wiederum gibt Alcaraz etwas bessere Chancen auf eine Teilnahme am letzten Grand Slam des Jahres. Er will wissen, dass der 23-Jährige zuletzt mit etwa 55 Prozent Belastung trainiert habe. Allerdings ist unklar, warum das nahelegen soll, dass Alcaraz die US Open bestreiten kann...
Woche der Wahrheit
Auch spanische Medien können nicht abschätzen, ob für Alcaraz die Zeit reicht. Die „Marca“ spricht von einer Woche der Wahrheit, an deren Ende sich der siebenmalige Grand-Slam-Sieger wohl entscheiden wird.
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