Wartehorror in Ägypten

Österreicher saßen 30 Stunden auf Flughafen fest

Oberösterreich
17.08.2026 21:40
Porträt von Emma Krenn
Porträt von Sebastian Brandstetter
Von Emma Krenn und Sebastian Brandstetter

Mehr als 30 Stunden lang saßen Passagiere in der Tourismusstadt Hurghada (Ägypten) am Flughafen fest. Verlässliche Informationen, Unterstützung und eine Aussicht auf die Heimreise gab es dort sehr lange Zeit für sie nicht. Drei steirische Urlauber mussten Hotel und Flughafen-Transfers selbst bezahlen.

Verschiebung um Verschiebung – nach einem Tag Wartezeit ist die Erschöpfung und Empörung am Flughafen in Hurghada (Ägypten) spürbar. „Kleine Kinder schlafen mittlerweile auf den Bänken am Flughafen“, beschreibt eine Studentin aus Wien der „Krone“ die Situation. Und das, während sie auf dem eher unhygienischen und maroden Flughafen weiter warten mussten.

Eigentlich hätte das Flugzeug der Al Masria Universal Airline schon am Sonntag um 8 Uhr nach Wien abheben sollen. Danach ist jedoch lange Zeit alles passiert – außer einem Rückflug. Auch am Montag wurde der Flieger, der für 16.15 Uhr angesetzt war, immer weiter nach hinten verschoben.

Keine verlässlichen Informationen
Die fehlende Planungssicherheit war ein großes Problem: „Besonders belastend ist die Situation für Familien mit Kindern und andere Reisende, die teilweise die ganze Nacht auf eine verlässliche Information und eine tatsächliche Abflugmöglichkeit warten“, sagt Simon Fellinger, einer der Passagiere.

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Wir warten seit mehr als 30 Stunden mit unseren Kindern hier am Flughafen, haben nichts zu essen und zu trinken bekommen, weil wir nicht zum Check-in durften.

Florian aus OÖ urlaubte mit seiner Familie in Hurghada.

Neben ihm befanden sich mehr als 30 andere Reisende aus Oberösterreich, Wien und der Steiermark in dieser herausfordernden Lage. Informationen von der Fluggesellschaft oder vom Reiseveranstalter CoralTravels, was denn der Grund für die enormen Verspätungen war, sowie eine Lösung gab es nicht.

Lebensmittel und Trinkwasser wurden ebenfalls nicht zur Verfügung gestellt. Auch ein schneller Einkauf am Flughafen war keine Option, denn die Geschäfte stehen alle leer. Selbst um Hotels und den Transfer zwischen Unterkunft und Flughafen mussten sich die Passagiere in Eigenregie kümmern. „Ich wollte am Montag zu Hause sein, ich hätte einen wichtigen Termin gehabt“, zeigte sich der Steirer Martin frustriert.

Martin mit seiner Freundin und ihrem Bruder in der ägyptischen Abflughalle
Martin mit seiner Freundin und ihrem Bruder in der ägyptischen Abflughalle(Bild: Martin Zettler, Krone KREATIV)

Auch das Warten am Flughafen bei widrigsten Bedingungen war kein schönes Erlebnis: „Wir wurden vom Veranstalter komplett im Stich gelassen. Am Flughafen gab es kein Trinkwasser, die Geschäfte waren geschlossen, und die Toiletten komplett verdreckt.“

Gruppe sollte in der Hitze draußen warten
Zu allem Übel forderte das Flughafenpersonal die Reisegruppe am Montagmorgen auf, das Terminalgebäude zu verlassen und unter freier Sonne auf den abermals verschobenen Flug zu warten – bei Außentemperaturen von 36 Grad Celsius. Das konnte aber glücklicherweise verhindert werden.

Mehrkosten von mehr als 400 Euro
Die Fluggäste hätten schon mehr als einem Tag früher zu Hause sein können. Den Fluggästen, die eine klare Kommunikation, angemessene Betreuung und vor allem eine konkrete Lösung fordern, wurde nicht nur emotional enorm viel zugemutet, sondern auch finanziell, so Simon Fellinger. Martin spracht von Mehrkosten von insgesamt rund 410 Euro.

Erst nach mehr als 30 Stunden gab es „Erlösung“
Erlösung gab es erst mehr als 30 Stunden nach dem geplanten Heimflug: Am Montagabend um 17.10 Uhr wurde das Boarding doch noch gestartet. Hoffentlich ohne weitere Zwischenfälle.

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