Nach den schweren Erdbeben in Venezuela bitten österreichische Hilfsorganisationen um Spenden. „Venezuela ist eines der ärmsten Länder Südamerikas, bis zu 80 Prozent der Bevölkerung leben in Armut. Für die Menschen vor Ort ist das Leid unvorstellbar – sie benötigen dringend unsere Hilfe“, betont Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes.
Jürgen Högl, Leiter Internationale Krisen und Katastrophen beim ÖRK appelliert: „Wir stehen im engen Austausch mit unseren Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Viele der knapp 700 Angestellten und mehr als 3300 Freiwilligen des Venezolanischen Roten Kreuzes sind selbst von den Beben betroffen, das nationale Rotkreuz-Hauptquartier wurde schwer beschädigt. Trotzdem läuft die Hilfe auf Hochtouren. Bitte unterstützen Sie die Hilfe vor Ort mit Ihrer Spende!“
Gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen CRS, Caritas Deutschland und Caritas Schweiz bereitet die Caritas Österreich Nothilfemaßnahmen für die betroffenen Menschen vor. Ziel sei es, die dringendsten Bedürfnisse so rasch wie möglich zu decken. Benötigt werden vor allem Notunterkünfte, Trinkwasser, Lebensmittel, medizinische Versorgung und weitere lebenswichtige Hilfsgüter, hieß es in einer Aussendung.
„Die Menschen in den betroffenen Regionen haben innerhalb weniger Minuten Angehörige, ihr Zuhause und ihre Existenzgrundlage verloren. Viele wissen nicht, wo sie die kommende Nacht verbringen werden“, sagt Andreas Knapp, Generalsekretär für Internationale Programme der Caritas Österreich. „Jetzt braucht es schnelle internationale Solidarität, damit lebensrettende Hilfe rasch bei den betroffenen Familien ankommt.“
Noch keine Information über betroffene Österreicher
Laut dem Außenministerium leben rund 750 Österreicherinnen und Österreicher in Venezuela. Bisher gebe es keine Informationen über Betroffene. Alle Auslandsösterreicher wurden noch in der Nacht kontaktiert. Seit Jänner gibt es bereits eine Reisewarnung für das gesamte Land.
Letztes großes Erdbeben im Jahr 1967
Venezuela liegt in einer seismisch aktiven Zone, in der die Karibische und die Südamerikanische Platte aufeinandertreffen. Die Hauptstadt Caracas war 1967 von einem schweren Erdbeben der Stärke 6,3 getroffen worden. Das historisch katastrophalste venezolanische Beben suchte Venezuela im Jahr 1812 heim. Damals kamen schätzungsweise 20.000 bis 30.000 Menschen ums Leben. Auch diesmal werden Zehntausende Tote befürchtet. Interimspräsidentin Delcy Rodriguez erklärte im staatlichen Fernsehen kurz vor 1 Uhr Ortszeit am Donnerstag, die bisherigen Opferzahlen enthielten noch keine Daten aus dem besonders schwer betroffenen Bundesstaat La Guaira nahe Caracas. La Guaira sei zu einem Katastrophengebiet geworden.
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