„Braucht Solidarität“

Schilling spendet für Schwangerschaftsabbrüche

Innenpolitik
24.06.2026 16:59
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die EU-Abgeordnete Lena Schilling (Grüne) hat ein knappes Monatsgehalt für Schwangerschaftsabbrüche gespendet. „Wenn der Staat versagt, muss die Zivilgesellschaft eingreifen“, sagte sie. Schwangerschaftsabbrüche sind in Österreich in fast allen Fällen privat zu zahlen.

629,66 Euro kostet die Behandlung in Österreich im Durchschnitt. Dabei legt jede Einrichtung den Preis selbst fest. In öffentlichen Krankenhäusern ist ein Schwangerschaftsabbruch tendenziell günstiger als etwa in Privatkliniken. Eigentlich müssten die Kosten, „wie andere Gesundheitsleistungen auch“, aber vom Staat gedeckt werden, sagte Schilling am Mittwoch. Niemand solle aus finanziellen Gründen „auf sein Recht auf Selbstbestimmung verzichten“ müssen.

„Ich spende heute 7000 Euro an CHANGES for women und finanziere damit acht bis zwölf Schwangerschaftsabbrüche (...). Es macht mich wütend, dass es diese Solidarität überhaupt braucht“, sagte die EU-Abgeordnete. CHANGES for women ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Wien, der Gelder für Schwangerschaftsabbrüche bereitstellt. Im vergangenen Jahr wandten sich 604 Menschen an die Organisation. „(...) Reproduktive Selbstbestimmung darf nicht vom Kontostand abhängen. Durch ehrenamtliche Arbeit und private Spenden schließen wir eine Lücke im Gesundheitssystem, bei der sich die Politik aus der Verantwortung zieht“, sagten Vertreterinnen von CHANGES for women am Mittwoch.

Abtreibungsgegner belästigen Ärzte
Gemeinsam mit Schilling forderten sie auch, dass Schwangerschaftsabbrüche aus dem Strafgesetzbuch gestrichen werden müssten, und es mehr Schutz vor Abtreibungsgegnerinnen und Abtreibungsgegnern bräuchte. Diese würden etwa Betroffene auf dem Weg zu einer Gesundheitseinrichtung, aber auch Ärztinnen und Ärzte belästigen. Schutzzonen seien „ein wichtiger Punkt“, sagte Schilling.

Schwangerschaftsabbrüche sind in Österreich nicht legal, sondern innerhalb der ersten drei Monate straffrei. Ärztinnen und Ärzte können die Mitwirkung aus Gewissensgründen ablehnen.

Die EU-Politikerin spendet seit ihrem Amtsantritt jedes sechste Monatsgehalt (10.000 Euro brutto). Davon gehen ungefähr 3000 Euro an den grünen Bürger:inneninitiativenverein, der von allen Abgeordneten der Grünen unterstützt wird. Mit den restlichen 7000 Euro werden halbjährlich Aktivistinnen und Aktivisten unterstützt. Für CHANGES for women läuft derzeit auch eine Spendenkampagne mit Plakaten in der Wiener Innenstadt.

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