Im Februar starben im Stahlwerk in Leoben zwei Arbeiter nach dem Austritt von Kohlenmonoxid. Jetzt wurde bekannt, dass womöglich Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten wurden.
Der tragische Arbeitsunfall am Gelände des Voestalpine-Stahlwerks in Leoben-Donawitz sorgte am Faschingsdienstag für Bestürzung: Um die Mittagszeit waren zwei Arbeiter aus Ungarn mit geplanten Revisionsarbeiten in einem unterirdischen Schacht beschäftigt gewesen.
Zur Info: Bei der Stahlproduktion entsteht in großen Mengen Kohlenmonoxid (CO) als Nebenprodukt, beispielsweise in der Kokerei oder im Hochofen. Diese Gase werden gereinigt und als Energieträger in ein eigenes geschlossenes Rohrleitungsnetz weitergeleitet.
Gasventil wurde offenbar auf- statt zugedreht
Dort sollten die Arbeiter einer Subfirma etwas umbauen. Doch als sie in ein Rohr schnitten, trat giftiges Kohlenmonoxid aus. Das hätte nie geschehen dürfen, denn das Ventil hätte aus Sicherheitsgründen abgedreht sein müssen. Unbestätigten Informationen zufolge war das Ventil aber falsch gestellt: Es war auf- statt abgedreht worden.
Ein Vorarbeiter der Fremdfirma fand seine beiden bewusstlosen Kollegen und setzte die Rettungskette in Gang. Leider kam für einen 26-jährigen Ungarn jede Hilfe zu spät. Sein 20-jähriger Landsmann wurde in das Uniklinikum Graz geflogen. Die Ärzte verloren dort aber zwei Tage später den Kampf um sein Leben.
Wer trägt die Schuld an den Todesfällen?
Wie sich jetzt herauskristallisiert, wurden womöglich mehrere Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten. So sollen auch entsprechende Dokumente, die eben genau die Sicherheit der Arbeiter gewährleisten sollen, nicht erstellt worden sein. Mussten die Männer also wegen Fahrlässigkeit sterben? Und wer trägt die Schuld daran?
Seitens der zuständigen Staatsanwaltschaft Leoben wurde am Mittwoch nur bestätigt, dass das Obduktionsgutachten Tod durch eine CO-Vergiftung ergab und dass der Abschlussbericht der Polizei eingetroffen ist. „Wir prüfen nun, ob noch weitere Ermittlungen oder Gutachten notwendig sind oder ob wir alles haben“, so Sprecherin Anika Maierhofer auf „Krone“-Nachfrage.
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