„Besorgniserregend“

Vucic droht dem Kosovo mit Umleitung von Fluss

Ausland
11.08.2026 14:08
Porträt von krone.at
Von krone.at

Serbiens Präsident Aleksandar Vučić sorgt mit an den Kosovo gerichteten Drohungen für Aufsehen. Er stellte eine Umleitung des für den Kosovo lebenswichtigen Ibar-Flusses in Aussicht. Laut Vučić wäre dies eine Reaktion Belgrads auf die „Misshandlung“, welcher kosovarische Serben seitens der Behörden in Prishtina ausgesetzt seien.

Der konkrete Anlass dürfte der zum Teil umstrittene Abriss von 17 Häusern im Besitz lokaler Serben am nordkosovarischen Gazivode-Stausee seitens der Behörden in Prishtina gewesen sein. 

Er würde niemandem drohen, meinte Vučić (56) am Montagnachmittag bei einem Besuch in südserbischem Prijepolje. Im Einklang mit nationalem Recht würde er nur dem Wasserverlauf auf dem Gebiet Serbiens Sorge tragen, berichtete das Internetportal Kossev. Experten sollen ihm die Lösung – eben die Umleitung der Ibar – vorschlagen haben.

„Tief besorgniserregend“
Eine erste Reaktion Prishtinas ist nicht ausgeblieben. Es würde sich um eine „tief besorgniserregende und unannehmbare“ Drohung handeln, meinte die kosovarische amtierende Umwelt- und Infrastrukturministerin Fitore Pacolli-Dalipi.

Über die Ibar

  • Die Quelle der Ibar befindet sich im Norden Montenegros. Der Fluss fließt danach über Serbien in den Norden des Kosovo, um erneut in Serbien bei der zentralserbischen Stadt Kraljevo in die Westliche Morawa zu münden.
  • Bei dem im Norden des Kosovo liegendem Dorf Gazivode in der Gemeinde Zubin Potok (albanisch: Zubin Potoku) wurde in den Siebzigerjahren von den damaligen jugoslawischen Behörden der Ibar-Stausee Gazivode (Liqeni i Ujmanit) errichtet.
  • Über den 146 Kilometer langen Kanal Ibar-Lepenac sorgt Gazivode nicht nur für die Wasserversorgung vom Norden des Kosovo, sondern auch der Hauptstadt Prishtina. 

Serbiens Präsident, der sich gerne als „politischen Veteran“ bezeichnet, kann auf eine lange Reihe politischer Drohungen, aber auch Versprechen an eigene Landsleute verweisen, die nie umgesetzt wurden.

Als junger Ultranationalist war Vučić im Juli 1995 im serbischen Parlament mit einer an die internationale Staatengemeinschaft gerichteten Äußerung zum Bosnienkrieg aufgefallen: „Ihr könnt (uns, Anm.) ruhig bombardieren. Wird nur ein Serbe getötet werden, werden wir hundert Muslime töten.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung