Alte Bauernregel

Steht Österreich ein langer Hochsommer bevor?

Österreich
19.06.2026 17:41
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wenn Ende Juni die Temperaturen in Österreich in Richtung 35 Grad und darüber klettern, richtet sich der Blick vieler Wetterinteressierter auf einen ganz besonderen Tag: den Siebenschläfertag. Heuer fällt er auf Samstag, den 27. Juni 2026. Seit Jahrhunderten ranken sich um dieses Datum zahlreiche Bauernregeln, die angeblich verraten sollen, wie sich das Wetter in den kommenden Wochen entwickelt.

Besonders heuer gewinnt der Siebenschläfertag an Bedeutung. Denn bereits in den Tagen davor baut sich über Österreich die nächste markante Hitzewelle auf. Meteorologen erwarten verbreitet Temperaturen über 30 Grad, regional sind sogar Werte von mehr als 35 Grad (am Wochenende laut ORF sogar bis zu 37 Grad in Wien) möglich. Damit stehen vielerorts die bislang heißesten Tage des Jahres bevor.

Doch was steckt eigentlich hinter dem Siebenschläfertag? Entgegen einer weit verbreiteten Annahme hat der Name nichts mit dem gleichnamigen Nagetier zu tun. Der Gedenktag geht auf die Legende der „Sieben Schläfer von Ephesus“ zurück.

Siebenschläfertag

Der Überlieferung nach sollen sieben junge Christen im dritten Jahrhundert in einer Höhle eingeschlafen und erst viele Jahrzehnte später wieder erwacht sein. Ihr Gedenktag wurde auf den 27. Juni gelegt und später mit Wetterbeobachtungen der Bauern verknüpft

Der historische Siebenschläfertag liegt meteorologisch eigentlich näher am 7. Juli. Durch die Kalenderreform im Jahr 1582 verschob sich das ursprüngliche Datum um rund zehn Tage. Viele Wetterexperten betrachten deshalb eher den Zeitraum zwischen Ende Juni und Anfang Juli als entscheidend für die Sommerentwicklung.

Die bekannteste Bauernregel lautet: „Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag.“ Dahinter steckt mehr als bloßer Aberglaube. Meteorologen bestätigen, dass sich die großräumigen Luftströmungen über Mitteleuropa Ende Juni oft stabilisieren. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Wetterlage über mehrere Wochen hält. Die Regel gilt daher als eine der treffsichersten Bauernregeln überhaupt, auch wenn sie keine exakte Vorhersage liefert.

Vor dem heurigen Siebenschläfertag deuten die Wettermodelle auf eine anhaltend warme bis heiße Witterung hin. Sollte sich die aktuelle Hochdrucklage rund um den 27. Juni behaupten, könnte dies ein Hinweis auf einen überwiegend trockenen und sehr warmen Hochsommer sein. Experten betonen jedoch, dass einzelne Gewitter und kurzfristige Wetterumschwünge auch dann jederzeit möglich bleiben.

Für Österreich bedeutet das vor allem eines: Die kommenden Tage werden zur ersten großen Bewährungsprobe des Sommers 2026. Während Badeseen und Freibäder Hochbetrieb erwarten, warnen Fachleute bereits vor den gesundheitlichen Belastungen durch die Hitze.

Ob die Bauernregel auch heuer Recht behält, wird sich spätestens im Juli zeigen. Fest steht: Der Siebenschläfertag bleibt eines der spannendsten Wetterphänomene des Jahres – und heuer fällt er mitten in eine Phase, in der Österreich vor einer außergewöhnlichen Hitzewelle steht.

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