Nach „Timmy“-Drama

Nächster Wal in Ostsee gesichtet: „Nicht gesund“

Ausland
23.06.2026 16:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

In der Ostsee ist schon wieder ein Buckelwal aufgetaucht. Nur kurz nach dem Tod von Buckelwal „Timmy“ wurde ein Artgenosse des Meeressäugers in dänischen Gewässern gesichtet. Auch diesmal befürchten Experten, dass der Buckelwal krank sein könnte – und ebenfalls mit Hautproblemen zu kämpfen hat.

„Wir haben ins Wasser unter uns geschaut – und plötzlich tauchte etwas Weißes und Spitzes auf“ , berichtet Linda Frølund Hansen der Deutschen Presse-Agentur. Die Touristenführerin war mit einer Gruppe auf einer Brücke unterwegs, die die dänische Halbinsel Jütland mit der Insel Fünen verbindet. Eigentlich hatte die Gruppe nach Schweinswalen Ausschau gehalten, doch sie entdeckten etwas anderes.

Hansen veröffentlichte ein Video von dem Wal auf Facebook:

Etwas „glitt langsam unter der Brücke hervor“, erzählt Hansen von dem Moment. Zuerst hatte sie gedacht, es sei ein Ruderboot oder ein Kajak. „Doch schnell bemerkten wir, dass sich das, was wir sahen im Wasser befand – nicht auf dem Wasser.“ Dann habe es keinen Zweifel mehr gegeben: „Es war ein Wal“, der inzwischen auf den Namen „Hartwin“ getauft wurde.

Der Buckelwal wurde auf einer Brücke zwischen Jütland und Fünen entdeckt:

Meeresbiologe und Wal-Experte Fabian Ritter vermutet, dass es dem Wal nicht gut geht. „Wenn sich das Tier wie berichtet immer sehr nach an der Oberfläche aufhält, deutet das auf jeden Fall auf Schwäche hin“, lautet seine Einschätzung gegenüber der „Bild“-Zeitung. „Die helle Färbung des Rückens ist ein Hinweis auf massive Hautprobleme und unterstreicht den Eindruck, den der Wal insgesamt macht.“ Teilweise wirke der Buckelwal in den Videos apathisch, „das sieht nicht gut aus“, meint er.

Zuerst hatte Hansen den Wal für ein Boot gehalten:

Der Meerestier-Experte Morgen Aagaard vom Aquarium „Jyllandsakvariet“ schätzt die Situation ähnlich ein. „Er hat eine helle Färbung am vorderen Teil und das ist nicht normal“, sagt er dem Sender TV 2 Danmark. Ein Buckelwal sei normalerweise ganz dunkel und glatt. „Dieser hier ist rau, als hätte er einen Ausschlag oder wäre von der Sonne geschädigt. Er ist nicht gesund.“ 

Noch eine Walsichtung
Weiter im Süden, bei Diernæs, begegnete Angler Jørn Matzen am Sonntag ebenfalls einem Buckelwal. Er hatte das Tier zuerst für einen Baumstamm gehalten, doch bald bemerkte er, dass sich ein Buckelwal dem Boot näherte, in dem Matzen gemeinsam mit einem Freund saß. Ob es sich dabei um den Wal handelt, den auch Hansen gefilmt hatte, ist noch nicht völlig klar.

Matzen begegnete einem Buckelwal:

Gibt mehr Buckelwale
Es gebe immer mehr Buckelwale im Nordatlantik, erklärt Biologe Carl Kinze vom Naturhistorischen Museum in Kopenhagen dem dänischen Rundfunk. „Deshalb kommen auch bei uns immer mehr Buckelwale vor.“ Er glaubt, dass sich die Wale bei der Suche nach neuen Nahrungsquellen auch in dänische Gewisser verirren. „Das ist wahrscheinlich das Phänomen, das wir hier beobachten.“

Vor einigen Wochen erst war der Kadaver des Buckelwals „Timmy“ an der Küste der dänischen Insel Anholt angepült worden. „Timmy“ war zuvor mehrmals an der deutschen Ostseeküste gestrandet und in einer umstrittenen Aktion in die Nordsee gebracht worden.

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