Für einen vierjährigen Schäfer endete ein heißer Sommertag mit Krampfanfällen und Bewusstlosigkeit. Den Vorwurf, dass er zuvor am Sportplatz über alle Maßen gehetzt wurde und an diesen Folgen starb, wollen seine Besitzer nicht gelten lassen.
Wer im Sport auf Stockerlplätze will, muss dafür hart trainieren. Ehrgeiz, Fleiß und Talent reichen oft nicht aus. Für den Weg nach ganz oben gehen manche auch an oder sogar über Grenzen. Das gilt nicht nur für Fußball – um ein aktuelles Beispiel zu bringen –, sondern auch im Hundesport.
Immer wieder geraten Hundehalter in den Fokus der Öffentlichkeit, weil ihnen nachgesagt wird, ihre Tierliebe für den Erfolg und Höchstleistungen aus den Augen zu verlieren. So auch vergangenes Wochenende, als ein Profi (Name der Redaktion bekannt) auf einem Platz in Oberösterreich mit seinem Hund trainierte.
Insider berichten der „Krone“ Unvorstellbares: Der Rüde sei den ganzen Vormittag bei großer Hitze gehetzt worden, wurde dem Vernehmen nach mit Tritten und Stromstößen malträtiert und verendete vor den Augen seines Herrls noch am Hundeplatz.
Dunkelziffer an verbotenen Elektrobändern ist groß
Szenarien wie diese klingen zwar unglaublich, aber sind leider nicht ganz abwegig. Erst vor wenigen Tagen wurde ein entlaufener Hund ins Kremser Tierheim gebracht und konnte einer Frau zugeordnet werden, die regelmäßig an Hundesport-Turnieren teilnimmt. Das Fatale: das Tier trug ein Elektro-Halsband, das per Fernbedienung Stromstöße abgibt. Zu Recht ein verbotenes Hilfsmittel, das unter den Tatbestand der Tierquälerei fällt.
Zurück nach Oberösterreich: Solche schweren Vorwürfe aufzuklären ist essenziell, wenn Hundesportler nicht das Image tragen möchten, mit ihren Tieren auf diese abscheuliche Art und Weise umzugehen.
Das sieht auch der betroffene Profi so, wie er der „Krone“ im Gespräch versichert. Von derartigen Behandlungen sei er weit entfernt, er würde Kunden mit solchen Vorstellungen von Hundetraining des Platzes verweisen.
Er könne sich nicht erklären, wie es zu solchen Vorwürfen gegen ihn kommt.
Krampfanfälle im Garten
Aber es stimmt, er habe am Vormittag mit seinem Hund wie immer trainiert, am Platz selbst kam es zu keinen Auffälligkeiten. Erst später am Nachmittag hatte der Hund daheim im Garten Krämpfe und wurde apathisch. Der Weg führte sofort in die Tierklinik, wo der Hund gegen Symptome von Hitzschlag behandelt wurde.
Es folgten bange Stunden um den Vierbeiner, der leider am Folgetag in der Tierklinik verstarb, wie die behandelnden Ärzte der „Krone“ bestätigten. Die genaue Todesursache soll nun mittels Obduktion ermittelt werden. Falls sich die Vermutung eines Hitzschlages bewahrheitet, muss sich der Tierhalter den Vorwurf gefallen lassen, den Hund ohne Rücksicht auf Verluste beim Training überstrapaziert zu haben.
Hitzetod kann als Tierquälerei gewertet werden
In diesem Fall ist sogar mit einer Anzeige zu rechnen. Der Hitzetod von zwei Polizeihunden und zwei weiteren Vierbeinern im Weinviertel nach einer privaten Joggingrunde eines Diensthundeführers der Landespolizeidirektion Niederösterreich hatte beispielsweise ein gerichtliches Nachspiel.
Wichtig: Die Symptome können sich auch erst Stunden nach der Überhitzung zeigen. Selbst wenn sich der Hund zunächst erholt, sollte er nach einem Hitzschlag immer tierärztlich untersucht werden
Was ist meinem Tier zumutbar?
Was auch immer dabei herauskommt, dieser Fall soll allen Hundeliebhabern im Gedächtnis bleiben. Wer seinen Hund von Herzen liebt, wird stets im Auge behalten, wie viel er seinem Partner auf vier Pfoten zumuten kann.
Sportliche Erfolge können schön sein, aber sollten niemals wichtiger sein als Gesundheit und Wohlbefinden des Tieres. Sollte sich bestätigen, dass hier Grenzen überschritten wurden, braucht es Konsequenzen – nicht nur für die Verantwortlichen, sondern auch als klares Signal an jene, die im Namen des Sports das Wohl ihrer Hunde aus den Augen verlieren.
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