Zimmer über 30 Grad

Hitzeschutz: Kages investiert Millionen in Kühlung

Steiermark
23.06.2026 18:00

In der Steiermark kamen im Vorjahr 93 Menschen durch Hitze ums Leben. Das hat die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) am Wochenende erhoben. Die steirischen Spitäler rüsten nun nach, was den Hitzeschutz betrifft – aber besonders in alten, denkmalgeschützten Gebäuden steht man vor großen Herausforderungen.

Die Steiermark stöhnt aktuell unter einer Hitzewelle. Vergangenes Jahr starben im Bundesland 93 Menschen an den Folgen hoher Temperaturen, errechnete die AGES. Damit ist die Steiermark jenes Bundesland, das am stärksten betroffen ist. Insgesamt gab es 2025 von Juni bis September 449 Hitzetote in Österreich.

Auch in den steirischen Spitälern wirkt sich die Hitze aus. Mehrere Angestellte und Patienten beschwerten sich vergangenes Jahr über Temperaturen jenseits der 30 Grad in den Zimmern. Jetzt wird die Krankenhausgesellschaft Kages aktiv: „Das Hitzethema ist uns bewusst – es betrifft ja neben den Patienten auch unsere Mitarbeiter“, sagt Ulf Drabek, Vorstand für Finanzen und Technik. „In der Baustrategie haben wir deswegen einen besonderen Fokus darauf gelegt.“ Im aktuellen und im Vorjahr steckt die Kages rund fünf Millionen Euro in Hitzeschutzmaßnahmen an ihren 20 Standorten. 

Kages-Vorstand Ulf Drabek
Kages-Vorstand Ulf Drabek(Bild: Christian Jauschowetz)

In Patientenzimmern stößt man an Grenzen
OP-Säle, Aufwachräume und neue Ambulanzen müssen gekühlt werden. Auf Stationen und Patientenzimmern ist die Sache schwieriger. Denn die Ö-Norm sieht erst seit 2024 ein „Temperaturmanagement“ vor. Wieso nicht alle Räume mit Klimaanlagen ausstatten? „Wegen des Denkmalschutzes, weil wir dann ganze Bereiche sperren müssten, und weil es nicht finanzierbar ist“, sagt Drabek. Bei Sanierungen denkt man die Kühlung mit, etwa bei der neuen Pneumologie in Bruck an der Mur. Auch in der neuen Chirurgie am Uniklinikum werden Personalstützpunkte und Patientenzimmer mit Geothermie gekühlt. In Feldbach und Fürstenfeld gibt es seit Juni neue Kühlanlagen, kommendes Jahr wird jene in Weiz modernisiert.

Andernorts behilft man sich mit altbekannten Methoden. „Fenster kippen in der Nacht, morgens lüften, die Sonne fernhalten mit Markisen und Rollläden. Dort, wo wir nichts montieren können, kommen Schutzfolien zum Einsatz“, erklärt Drabek. In Knittelfeld gibt es etwa eine solche Folie, in Leoben läuft eine Testphase. 

Für Mitarbeiter, sagt Drabek, bietet man Gleitzeitmodelle an und lockert die Kleidungsregeln, wo es hygienisch möglich ist. Gekühlte Getränke stehen zur Verfügung. Insgesamt haben die Kälteanlagen der Kages eine Leistung von 40.000 Kilowatt – „das sind 40.000 Staubsauger“.

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