Nachahmungstäter?
Montreal: Warnung an Polizeidienststellen
Nach dem Blutbad in der kanadischen Metropole Montreal konzentrieren sich die Ermittlungen unter anderem auf ein mutmaßliches Manifest des Täters, der beim Schusswechsel mit der Polizei ebenfalls getötet worden ist. In diesem Zusammenhang ist auch von einer Warnung an Polizeidienststellen die Rede.
Denn kanadischen Medien zufolge richtet sich der hasserfüllte Text gegen Frauen, Juden und auch die Polizei. Er soll Aufrufe an die Bevölkerung enthalten, Polizisten anzugreifen. Die Nachrichtenagentur The Canadian Press will über eine interne Warnung an zumindest alle Dienststellen in der Provinz British Columbia erfahren haben. Es wird offenbar befürchtet, dass sich Nachahmungstäter finden könnten.
Weiteren Medienberichten zufolge enthielt das Dokument demnach auch hasserfüllte Sprache, die typisch für die sogenannte Incel-Bewegung ist – eine antifeministische Online-Community, die archaische Rollenbilder und frauenfeindliche Narrative propagiert. Ein Anhänger dieser Bewegung hatte 2018 bei einem Angriff in Toronto elf Menschen getötet – überwiegend Frauen.
Bei dem Schusswechsel am Montag wurden neben dem Täter ein Polizist und ein Passant getötet. Bei dem getöteten Zivilisten handelt es sich nach Angaben einer jüdischen Organisation in Kanada um ein Mitglied der jüdischen Gemeinde Montreals. Örtlichen Medienberichten zufolge soll der Mann 68 Jahre alt gewesen sein.
Zivilist von Polizei erschossen?
Videos, die nach der Tat im Internet kursierten, deuten laut Medienberichten darauf hin, dass der Anrainer möglicherweise von Polizisten erschossen wurde. Die Polizei verwies dazu auf laufende Ermittlungen. Die Premierministerin von Québec, Christine Fréchette, erklärte, es sei „unerlässlich, die Behörden ihre Arbeit machen zu lassen“. Sie warnte zudem vor „Spekulationen“. Die Polizei schließt derzeit ein terroristisches Motiv aus.












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