Lange Zeit jagten Wiener Ermittler einen 30-jährigen Bosnier – im Mai ging er ihnen schließlich ins Netz. Er gilt als Drahtzieher eines berüchtigten Westbalkan-Clans und soll Drogen in großem Stil geschmuggelt haben. Auch verschlüsselte Krypto-Chats standen dabei im Fokus der Beamten.
Den Ermittlern der eigens eingerichteten Arbeitsgemeinschaft „Achilles“ dürfte ein größerer Fisch ins Netz gegangen sein. Das legen die monatelangen und akribischen Ermittlungen nahe, die der Festnahme vorausgingen, wie Polizeisprecherin Julia Schick berichtet.
Die Vorwürfe gegen den 30-Jährigen, mit Wohnsitz in Wien-Landstraße, haben es in sich: Nach Angaben der Polizei soll er 42 (!) Kilogramm Kokain und 15 Kilogramm Cannabis besessen haben. Doch damit nicht genug: Seinen Kunden soll er zudem Kokain und Speed in vermeintlich „kleineren“ Mengen angeboten haben – konkret ein Kilogramm Kokain und zehn Kilogramm Speed.
Riesige Geldströme aufgedeckt
Die Ermittler gehen von einem florierenden Drogengeschäft aus. So soll der Tatverdächtige knapp 100.000 Euro an bislang unbekannte Personen weitergegeben haben. Von einem Abnehmer soll er wiederum 430.000 Euro in bar kassiert haben.
Dem Bosnier konnte laut Schick die Zugehörigkeit zu einer organisierten Tätergruppe nachgewiesen werden, die vom Westbalkan aus operieren soll. Die Masche ist den Ermittlern bereits bekannt: „Die Täter verwenden verschlüsselte Krypro-Mobiltelefone, um ihren Suchtmittelhandel sowie Geldwäsche über die nationalen Grenzen hinaus zu organisieren“, erklärt Schick.
Die Staatsanwaltschaft Wien erließ eine internationale Festnahmeanordnung. Der Tatverdächtige wurde schließlich in Ungarn gefasst und Anfang Mai 2026 nach Österreich überstellt. Nach seiner Überstellung zum Landeskriminalamt Wien verweigerte er die Aussage. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft ist er jetzt hinter Gittern.
Ermittler entlarven weitere Verbindung
Die Ermittler konnten im Zuge der laufenden Ermittlungen auch eine Verbindung zu einem früheren Fall herstellen. Bereits im Jahr 2024 wurde ein damals 37-jähriger österreichischer Staatsbürger wegen des Verkaufs von 55 Kilogramm Kokain im Wert von rund zwei Millionen Euro per internationalem Haftbefehl in Barcelona festgenommen. Dabei zeigte sich: Auch er dürfte zur gleichen Tätergruppe wie der 30-Jährige gehören.
Nach Angaben von Schick kam im Zuge der weiteren Ermittlungen schließlich ein direkter Zusammenhang zwischen dem 30-jährigen Beschuldigten und dem 37-Jährigen ans Licht. Der Bosnier soll bereits vor der Festnahme im Jahr 2024 Bargeld aus Drogengeschäften erhalten haben. Die Ermittlungen zu weiteren mutmaßlichen Mittätern laufen weiter auf Hochtouren ...
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