Geheime Geldmaschine

Chinesische „Schattenbank“ in Italien zerschlagen

Ausland
22.06.2026 12:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine mutmaßliche „Schattenbank“ mit Verbindungen zur internationalen organisierten Kriminalität soll in Italien über Jahre hinweg gewaltige Geldsummen bewegt haben. Ermittler sprechen von einem hochprofessionellen Netzwerk, das jährlich zwischen 80 und 100 Millionen Euro aus Drogenhandel, Schmuggel und weiteren illegalen Geschäften abgewickelt haben soll.

Nach Angaben der italienischen Behörden war die illegale Finanzstruktur in der toskanischen Industriestadt Prato aktiv, in der eine große chinesische Gemeinschaft lebt. Hinter dem System sollen chinesische, albanische und italienische Mafia-Strukturen gestanden haben.

Geldtransfers außerhalb des regulären Bankensystems
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Organisation ein intransparentes Zahlungssystem nutzte, das dem sogenannten Hawala-System ähnelt. Dabei werden Geldtransfers außerhalb regulierter Banken abgewickelt, wodurch Finanzströme nur schwer nachverfolgt werden können.

Die Staatsanwaltschaft Florenz und die Anti-Mafia-Direktion (DDA) werfen der Gruppe vor, über mindestens drei Jahre hinweg kriminelle Finanzdienstleistungen in großem Umfang angeboten zu haben. Das Netzwerk soll verdeckte Zahlungen für Drogenhandel, Schmuggel und illegale Warenströme organisiert haben.

Profitieren sollen verschiedene kriminelle Gruppierungen, darunter Akteure des internationalen Drogenhandels, Netzwerke der Rauschgiftlogistik sowie Organisationen, die an der illegalen Einwanderung beteiligt gewesen sein sollen.

Millionen sichergestellt, zahlreiche Maßnahmen angeordnet
Im Zuge der Ermittlungen ordnete ein Untersuchungsrichter die Beschlagnahmung von Vermögenswerten im Wert von rund 60 Millionen Euro an. Zudem wurden 41 Vorsichtsmaßnahmen verhängt, darunter 17 Haftbefehle und 16 Hausarreste.

Nach Darstellung der Ermittler verliefen die Geldströme unter anderem zwischen Italien, Spanien, Frankreich und Portugal. Um die Herkunft und den Weg des Geldes zu verschleiern, soll Bargeld über Netzwerke chinesischer Textilunternehmen im Fast-Fashion-Sektor in Prato sowie über Produktionszentren in Spanien bewegt worden sein.

Verbindungen zu Drogenclans und Mafia-Organisationen
Die Behörden sprechen von engen Verbindungen zwischen den Finanzvermittlern der Organisation und albanischen Drogenclans. Darüber hinaus sollen auch italienische Mafia-Gruppierungen aus mehreren Regionen Zahlungen über das System erhalten haben. Genannt werden unter anderem Clans der ‘Ndrangheta und der Camorra.

Nach Angaben der Ermittler war das Netzwerk zudem im Bereich der illegalen Migration aktiv. Demnach sollen chinesische Staatsbürger über Serbien und weitere Balkanrouten nach Italien geschleust und gegen hohe Gebühren in verschiedene Städte gebracht worden sein.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Organisation Einnahmen in Millionenhöhe erzielte und als zentrale Finanzdrehscheibe für mehrere kriminelle Netzwerke in Europa fungierte.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung