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Unser Wasser braucht jetzt klare Regeln

Österreich
16.08.2026 00:01
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Porträt von Promotion Team
Von Promotion Team

Unser kostbares Nass rinnt davon – doch keiner zählt mit! Die österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) fordert daher von Agrarminister Norbert Totschnig glasklare Transparenz darüber, wer was und wie viel an unserer wertvollsten Lebensressource verbraucht.

Österreich ist ein gesegnetes Wasserland – noch. Denn Hitze, Trockenheit und sinkende Grundwasserspiegel setzen unsere wichtigste Lebensgrundlage zunehmend unter Druck. Wie fragil die Situation ist, zeigt sich in diesen Tagen besonders. Gleichzeitig fehlt bis heute der genaue Überblick darüber, wer wie viel Wasser aus unseren Böden pumpt.

ÖVGW-Vizepräsident Nikolaus Sauer fordert deshalb mehr Transparenz und ein rasches, klimafittes Wasserrecht. 

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„Aktuell wissen wir nicht, wer wie viel Grundwasser braucht. Transparenz ist insbesondere bei Wasserknappheit unverzichtbar.“

Nikolaus Sauer, ÖVGW-Vizepräsident

Jeder Tropfen zählt – aber nicht jeder wird gezählt
Für ihn führt deshalb kein Weg an einer lückenlosen Erfassung vorbei: „Jeder Brunnen – egal ob für Gewerbe, Industrie oder Landwirtschaft – braucht einen Wasserzähler und gehört gesetzlich verpflichtend ins Entnahmeregister.“

Gerade hier sieht Sauer eine große Lücke in der geplanten Wasserentnahmeregister-Verordnung. Wasserzähler sollen erst ab einer Grundwasserentnahme von 200.000 Kubikmetern pro Jahr verpflichtend werden. 200 Millionen Liter, eine enorme Menge, die ungefähr dem Jahresverbrauch einer Kleinstadt entspricht.

Damit blieben viele Entnahmen – gerade in der Landwirtschaft - weiterhin außerhalb einer verpflichtenden Messung. Für Sauer ist das angesichts der zunehmenden Wasserknappheit zu wenig. Denn ohne verlässliche Zahlen fehlt auch die Grundlage, um in trockenen Jahren rechtzeitig und gerecht reagieren zu können.

(Bild: ÖVGW)

Zur Beruhigung: Österreich verfügt weiterhin über große Wasserreserven. Doch der Eindruck, unser kostbares Nass sei unerschöpflich, wird zunehmend gefährlich. Auch beim Wasserrechtsgesetz sieht Sauer dringenden Handlungsbedarf. „Die aktuellen Bestimmungen des Wasserrechtsgesetzes sind nicht klimawandelfit“, gibt der ÖVGW-Vizepräsident zu bedenken.

Gerade für jene Zeiten, in denen Wasser tatsächlich knapp wird und die Zeichen wegen der apokalyptischen Dürre brandaktuell auf Sturm stehen, braucht es klare gesetzliche Spielregeln. Wer darf wie viel entnehmen? Welche Nutzung muss eingeschränkt werden? Und wer hat Vorrang? Sauer hat eine klare Antwort:

Österreichs Trinkwasserversorgung wird zu 100% aus Grundwasser gewonnen. Wasserhaushalt ...
Österreichs Trinkwasserversorgung wird zu 100% aus Grundwasser gewonnen. Wasserhaushalt Österreich: Juni 2026.(Bild: Wasserhaushalt Österreich – Monatsbericht Juni 2026/ BMLUK)
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„Die Versorgung der Bevölkerung muss immer an erster Stelle stehen!“

Nikolaus Sauer, ÖVGW-Vizepräsident

Wenn Wasser knapp wird, zählen klare Prioritäten
Die Trinkwasserversorgung Österreichs müsse – so Sauer - daher bei Wassermangellagen gesetzlich eindeutig abgesichert werden. Gleichzeitig brauche es eine bessere rechtliche Stellung der Wasserversorger, damit sie im Ernstfall auch handlungsfähig sind.

Gefordert werden seitens der heimischen Wasserbewahrer und -schützer deshalb die Erfassung aller Grundwasserentnahmen, verpflichtende Wasserzähler, eine belastbare österreichweite Wasserbilanz und der klare Vorrang der Trinkwasserversorgung. Denn Wasserpolitik ohne Daten gleicht einem Blindflug.

Erst wenn bekannt ist, wo wie viel Nass entnommen wird, lässt sich erkennen, welche Regionen besonders gefährdet sind und wo rechtzeitig gegengesteuert werden muss.

Heute handeln, damit morgen genug da ist
Die Zeit drängt. Das Wasserrecht stammt in seinen Grundzügen aus einer Zeit, in der lange Trockenperioden und der Klimawandel noch keine vergleichbare Rolle spielten. Klares Gebot der Stunde: Österreich muss sein Wasser besser schützen, bevor aus sinkenden Pegeln echte Versorgungskrisen werden.

Denn noch haben wir Wasser. Aber wir dürfen nicht erst dann beginnen, jeden Tropfen zu zählen, wenn keiner mehr übrig ist. Sauer fordert daher Minister für Wasserwirtschaft Norbert Totschnig zu raschem, unverzüglichem Handeln auf. Bevor es endgültig zu spät ist.

Die ÖVGW hat jedenfalls Gewicht. Zudem wäre es höchst an der Zeit, mit der bereits im Regierungsprogramm verankerten Erarbeitung einer österreichischen Wasserstrategie zu starten. Denn sie ist die einzige unabhängige und freiwillige Interessensvertretung für die heimischen Trinkwasserversorger und zählt 314 Unternehmen zu ihren Mitgliedern, die mehr als 80% der Bevölkerung versorgen.

Besser schützen, besser nützen. unsertrinkwasser.at/jetzt

(Bild: ÖVGW)
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