Beruf ist ausgestorben

Fernsehtechniker: Einer der letzten seiner Art!

Salzburg
15.08.2026 22:00

Es gibt Berufe, deren Ausbildung gibt es nicht mehr: Radio- und Fernsehtechniker etwa, wie Wolfgang Ebner. Neben neuester Hightech erlebt der Salzburger derzeit die Rückkehr der alten Geräte. Das ruft durchaus nostalgische Gefühle bei ihm hervor ...

Wer kann sich noch an die 1990er erinnern? Bildröhrenfernseher, wo die Antenne richtig eingestellt sein musste, damit FS1, FS2, ARD, ZDF und Bayern3 zu sehen sind. Satelliten-TV war erst im Kommen. Die Leute hatten Videorekorder, Stereoanlagen, Walkman, Autoradios mit Kassetten-Decks. Nach Gewittern konnte es leicht sein, dass die Waschmaschine oder der Fernseher kaputt waren. Internetfernsehen, Online-Musik-Dienste oder Smart-TVs waren noch nicht erfunden. Es war die Blütezeit der Radio- und Fernsehtechniker.

„Gehöre einer aussterbenden Spezies an“
Einer, der in dieser Ära seine Zunft lernte, war Wolfgang Ebner. Der Gaißauer machte 1997 seinen Meister, ehe er sich langsam selbstständig machte. Er erinnert sich: „Ich habe in meiner Garage in Gaißau angefangen, eine Werkstatt einzurichten.“

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Es kommen plötzlich wieder Kunden, die ihre erste Stereoanlage im Keller entdeckt haben.

Wolfgang Ebner, Fernsehtechniker-Meister

25 Jahre später ist Ebner einer jener gelernten Radio- und Fernsehtechniker, von denen es fast keine mehr gibt. Auch die Ausbildung gibt es nicht mehr. „Ich gehöre einer aussterbenden Spezies an“, lacht der Unternehmer, der seine Werkstatt mit Handel an der Halleiner Landesstraße in der Salinenstadt betreibt.

Auf Dächer wird nicht mehr geklettert
Über die Jahre haben sich die Reparaturen verändert. Autoradios und Videorekorder sind ausgestorben. Bei Fernsehern waren ganze Bauteile zu wechseln, heute sind es nur mehr Platinen.

Ruhige Hände sind beim Reparieren gefragt.
Ruhige Hände sind beim Reparieren gefragt.(Bild: Markus Tschepp)

Die Stereoanlage kehrt wieder zurück
Ebner schildert: „Man muss sich in dieser hochtechnologisierten, schnellen Welt mitentwickeln. Ich habe mein Geschäft auf Reparatur, Service und Handel aufgebaut. Wir verkaufen, liefern, montieren, stellen Geräte ein. Die Leute wissen dann, wenn irgendwas nicht funktioniert, sind wir da.“

Aber es gibt auch Überraschungen, erklärt er: „Es kommen wieder Kunden, die ihre erste Stereoanlage im Keller entdeckt haben. Die wollen, dass die Geräte wieder funktionieren. Das ist schön zu sehen.“

So schließt sich der Kreis. Denn so kommen neben neuen Elektrogeräten die 1990er wieder zurück in seine Werkstatt. „Man muss nicht jede Maschine wegwerfen, wenn sie mal nicht geht. Der Umweltgedanke hat zugenommen. Das freut mich und so können wir schönen Erinnerungsstücken von früher wieder neues Leben schenken.“

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