Jobportal-Umfrage:

Mehrheit der Führungskräfte im Urlaub erreichbar

Wirtschaft
22.06.2026 10:47
Porträt von krone.at
Von krone.at

45 Prozent der Befragten sind im Urlaub für den Job erreichbar. Das ergab eine Umfrage des Jobportals karriere.at. Darunter sind vor allem Führungskräfte. Von ihnen prüfen laut eigener Aussage etwa sechs von zehn (61 Prozent) regelmäßig Nachrichten.

Viele sind zudem telefonisch erreichbar. Ein Viertel der Führungskräfte gab an, in Notfällen zur Verfügung zu stehen. Nur 14 Prozent sagten, in keinem Fall im Urlaub erreichbar zu sein. Wer hingegen für die Arbeit Nachrichten abruft oder ans Telefon geht, kann sich dadurch belastet fühlen. Davon berichtete mehr als jede dritte befragte Führungskraft (36 Prozent).

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die keine Personalverantwortung haben, fühlen sich offenbar weniger verpflichtet dazu, im Urlaub erreichbar zu sein. In dieser Gruppe stehen zwei Drittel zur Verfügung. In diese Zahl sind aber diejenigen eingerechnet, die ausschließlich auf Notfälle reagieren. 38 Prozent fühlen sich dadurch belastet.

Insgesamt sind fast drei Viertel der 1001 Befragten während ihrer arbeitsfreien Zeit erreichbar. „Damit während der Urlaubszeit in den Unternehmen alles reibungslos funktioniert, sollten insbesondere Führungskräfte frühzeitig Vorkehrungen treffen und Abwesenheiten kommunizieren. Wer seine Teams gut vorbereitet, Aufgaben sinnvoll verteilt und die Vertretung aktiv unterstützt, reduziert Unsicherheiten und beugt Überlastung vor“, empfiehlt karriere.at-CEO Georg Konjovic.

„Eindeutige Rechtslage“
Grundsätzlich dürfen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber keine Bereitschaft oder Arbeit im Urlaub anordnen. „Ich kann mein Handy ausschalten, das Festnetztelefon abstecken und mich vollständig aus der Erreichbarkeit zurückziehen“, sagt Jurist Martin Müller vom Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB). Die Rechtslage sei eindeutig. Dass dennoch viele Beschäftigte ans Telefon gehen oder Nachrichten beantworten, habe unter anderem damit zu tun, dass einige denken würden, dass es Teil ihres Jobs sei. „Manche tun das aus Angst, als nicht engagiert zu gelten (...). Ständige Erreichbarkeit belastet die Gesundheit und nimmt Menschen die Möglichkeit, wirklich abzuschalten“, sagt Müller weiter.

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