Durchbruch oder Pause?

60-Tage-Plan: Iran schickt Top-Verhandler heim

Außenpolitik
22.06.2026 11:29
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein mögliches umfassendes Abkommen zur Beendigung des Konflikts gehen in die nächste Phase. Nachdem die Gespräche in der Schweiz rund 18 Stunden lang auf hoher Ebene geführt wurden, sind Irans Verhandlungsführer Mohammed Baqer Qalibaf und Außenminister Abbas Araqchi auf dem Weg zurück nach Teheran.

Das teilte die iranische Nachrichtenagentur Tasnim mit. Die Gespräche hatten zuvor in einem Luxusresort nahe Luzern unter Beteiligung von Vertretern der USA sowie der Vermittlerstaaten Katar und Pakistan stattgefunden.

Gespräche werden in Arbeitsgruppen fortgesetzt
Nach Angaben Pakistans sollen die Verhandlungen im weiteren Wochenverlauf in kleineren Arbeitsgruppen fortgesetzt werden. Damit geht der Prozess in eine weniger hochrangige, technische Phase über, in der unter anderem bereits eingerichtete Arbeitsgruppen zu Themen wie dem iranischen Atomprogramm und westlichen Sanktionen weiterarbeiten sollen.

Ziel bleibt weiterhin ein umfassendes Abkommen innerhalb eines Zeitraums von 60 Tagen.

Vereinbarter 60-Tage-Fahrplan
Wie aus Berichten beider Seiten hervorgeht, sei ein weiteres Vorgehen für die kommenden Wochen bereits abgestimmt worden. Die Gespräche sollen demnach in der laufenden Woche fortgesetzt werden – nun allerdings auf Arbeitsebene.

Bereits zuvor hatten die Vermittlerstaaten Katar und Pakistan mitgeteilt, dass ein klarer Fahrplan für die Verhandlungen vereinbart worden sei, der auf eine finale Einigung innerhalb von zwei Monaten abzielt.

Während Trumps Äußerungen in den USA die Verhandlungen erneut fast haben scheitern lassen, gibt ...
Während Trumps Äußerungen in den USA die Verhandlungen erneut fast haben scheitern lassen, gibt es dennoch Fortschritte in Richtung Frieden.(Bild: AFP/FABRICE COFFRINI)

Gespräche in angespannten Rahmenbedingungen
Die Gespräche waren zuvor von Spannungen begleitet worden. Laut iranischer Delegation hatten Drohungen von US-Präsident Donald Trump, der mit neuen Angriffen wegen der Unterstützung der Hisbollah im Libanon gedroht haben soll, die Verhandlungen zeitweise belastet. Dennoch wurden die Gespräche fortgesetzt.

Im Verlauf der Verhandlungen war zudem ein Kommunikationskanal eingerichtet worden, um Zwischenfälle in der Straße von Hormus zu verhindern. Außerdem wurde ein Forum geschaffen, das die Einhaltung der Waffenruhe im Libanon überwachen soll, wo es weiterhin zu Kämpfen zwischen israelischen Streitkräften und der Hisbollah-Miliz kommt.

Iran spricht von Fortschritten – Details nicht unabhängig bestätigt
Irans Außenminister Abbas Araqchi hatte zuvor von „großen Fortschritten“ bei den Gesprächen zur Stabilisierung der Lage im Libanon gesprochen. Unter anderem seien Maßnahmen zur Entspannung im Konfliktgebiet sowie wirtschaftliche Schritte wie die Freigabe eingefrorener Guthaben diskutiert worden. Diese Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Eine Stellungnahme der US-Seite zum Abschluss der jüngsten Gesprächsrunde lag zunächst nicht vor.

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