Überwachungen etc.
In diesen Ländern werden Christen verfolgt
Weltweit sind Anfang des Jahres etwa 388 Millionen Christinnen und Christen verfolgt und diskriminiert worden. Das geht aus dem Monitoringbericht zur Verfolgung religiöser Minderheiten hervor, der vom Bundeskanzleramt verantwortet wird.
Demnach bleibt die Lage religiöser Minderheiten vor allem in Syrien, dem Irak und dem Iran weiterhin sehr angespannt. In Syrien gibt es zwar keine flächendeckende staatliche Verfolgung, aber lokale Konflikte, extremistische Gewalt und strukturelle Diskriminierung. Im Irak bedrohten Milizen, terroristische Restgruppen, rechtliche Einschränkungen und mangelnder staatlicher Schutz religiöse Minderheiten, heißt es im Bericht. Im Iran wiederum würden Religionswechsel kriminalisiert, die Betroffenen überwacht und bestraft. Politische Krisen und militärische Konflikte begrenzen die Religionsfreiheit zusätzlich.
In Ländern wie in Syrien und dem Irak ist die Zahl der Christinnen und Christen seit den Kriegen auch gesunken, zum Beispiel von etwa 1,5 Millionen auf nur noch 300.000 in Syrien. „Viele Minderheiten verlassen die Region dauerhaft, wodurch sich ihre Lage weiter verschlechtert, da sie als kleinere Gruppen noch verwundbarer werden“, schrieben die Autorinnen und Autoren des Berichts. In einigen Ländern sei ein Anstieg von Übergriffen im Alltag zu beobachten, etwa durch Belästigungen und Angriffe auf religiöse Einrichtungen.
Ursachen haben sich geändert
Auch in Myanmar und Indien hat sich die Situation für Christinnen und Christen verschlechtert. „Sie sind systematischer Gewalt und gezielten militärischen Angriffen ausgesetzt, wobei sich religiöse Verfolgung eng mit ethnischen Konflikten überschneidet und der Staat selbst als zentraler Akteur der Repression auftritt“, heißt es etwa in Bezug auf Myanmar. Moderne Technologien würden eine immer engere Kontrolle religiöser Gruppen ermöglichen, soziale Medien zur Verbreitung von Hass beitragen. Besonders auffällig sei außerdem die zunehmende Verknüpfung von Religion mit nationaler Identität, wodurch Minderheiten oft als „fremd“ oder „gefährlich“ dargestellt würden.
Die Ursachen für die Verfolgung und Diskriminierung haben sich laut dem Bericht verschoben: Während in den 2010er-Jahren besonders Terrororganisationen wie der „Islamische Staat“ prägend waren, spielen heute zunehmend auch staatliche Repression (z.B. im Iran), politische Instabilität (z.B. in Syrien) sowie gesellschaftliche Spannungen und wirtschaftliche Krisen eine Rolle. In Europa habe sich die Bedrohungslage für jüdische und israelbezogene Einrichtungen verschärft, heißt es.
Religiöse Verfolgung überschneidet sich eng mit ethnischen Konflikten.
Stabsstelle„Internationaler Schutz verfolgter religiöser Minderheiten“ des Bundeskanzleramts
Die Stabsstelle „Internationaler Schutz verfolgter religiöser Minderheiten“, die hinter dem Bericht steht, wurde 2024 eingerichtet. Sie bündelt unter anderem Österreichs Engagement für verfolgte Christinnen und Christen und andere religiöse Minderheiten, fördert Hilfsprojekte und beurteilt die weltweite Situation der Religionsfreiheit.









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