Ein Libanese (23) soll im Vorjahr mehrmals mit einem Messer auf einen 16-jährigen Iraker eingestochen haben. Was ursprünglich als Mordversuch angeklagt war, stellte sich als „schwere Körperverletzung auf lebensgefährliche Weise“ heraus. Der 23-Jährige muss zwei Jahre hinter Gitter.
Einige Stunden berieten die Laienrichter am Landesgericht Linz, bis gegen 15.30 schließlich ein Urteil fiel: Zwei Jahre Haft, nicht rechtskräftig – der Angeklagte nahm den Schuldspruch an, die Staatsanwaltschaft erbat sich Bedenkzeit.
Notoperation notwendig
Es ging um eine Messerattacke, die sich im Vorjahr vor einer Flüchtlingsunterkunft in Leonding ereignete. Dabei habe ein Libanese (23) mehrmals auf einen 16-jährigen Iraker eingestochen. „Das Opfer hatte Riesenglück. Dass er noch lebt, ist der Kunst der Ärzte zu verdanken“, schildert die Staatsanwältin die Verletzungen des 16-Jährigen, der von allen nur Mogli genannt wird. Denn als der Bursch am 17. Dezember 2025 nach einer Auseinandersetzung ins Krankenhaus eingeliefert wurde, wies er mehrere Stichverletzungen im linken Oberkörper und zwei am Kopf auf. Eine Notoperation rettete ihn.
Alkohol und Drogen im Spiel
An jenem Tag sollen drei Mädchen und ein Freund in der Wohnung des Angeklagten (23) zu Gast gewesen sein. Dort sei Alkohol getrunken worden, der 23-Jährige habe auch Drogen konsumiert. Am Abend riefen die Mädchen einen Freund an, weil sie sich abholen lassen wollten. Doch dabei kam es zu einem Streit zwischen dem Libanesen und den drei „Abholern“, im Zuge dessen es zu der schweren Bluttat gekommen war.
Kein Mordversuch
Eine Mordabsicht konnte dem 23-Jährigen aber nicht nachgewiesen werden, weshalb auch der Strafrahmen stark vermindert wurde. Statt zehn bis 20 Jahren oder lebenslänglich für Mordversuch muss der Verurteilte nun zwei Jahre in Haft – nicht rechtskräftig.
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