Modelle werden geprüft

Med-Uni-Burgenland auf Kurs trotz Turbulenzen

Burgenland
18.06.2026 05:00

Nach der Trennung von Chefstrategen Christian Joukhadar läuft beim Prestigeprojekt des Landes Burgendland – der Med-Uni – eine Neuorientierung. Verschiedene Modelle werden geprüft. Der Starttermin soll dennoch halten.

Die Hürden sind nicht kleiner geworden. Ausgerechnet jener Chefstratege, Universitätsprofessor Christian Joukhadar, der den Aufbau und die Akkreditierung der geplanten Medizinischen Privatuniversität Burgenland (MPUB) vorantreiben sollte, ist nicht mehr Teil des Projekts. Die Landesholding begründet die Trennung mit „Auffassungsunterschieden in mehreren Bereichen.“

Nähere Angaben dazu werden auf Anfrage mit Verweis auf arbeitsrechtliche Gründe nicht gemacht. Joukhadar selbst spricht von einer Kündigung und hat rechtliche Schritte angekündigt.

Gerichtliches Nachspiel und Neuorientierung
Während die Hintergründe für Trennung nun ein gerichtliches Nachspiel haben, wird hinter den Kulissen an Projekt weiter gearbeitet. „Wir befinden uns in einer Phase der Neuorientierung“, sagt Holding-Sprecher Matthias Schrom im gegenüber der „Krone“. Verschiedene Modelle würden derzeit geprüft, die personelle Aufstellung laufend evaluiert und bei Bedarf angepasst. An dem Projekt selbst werde jedoch festgehalten.

„Grundsätzlich ist es normal, dass es beim Personal immer wieder zu Veränderungen kommt, gerade wenn sich eine Universität im Aufbau befindet“, betont Schrom. Für Kontinuität sorge weiterhin Geschäftsführer Nikolaus Schermann.

Vorbereitungen für Akkreditierung laufen weiter
Parallel zum organisatorischen Aufbau würden die Vorbereitungen für die Akkreditierung weiterlaufen, die als Voraussetzung für den späteren Studienbetrieb gilt. Ohne sie kann die Universität nicht an den Start gehen. Dass der Weg zur eigenen Medizin-Uni kein einfacher ist, war bereits bei der Vorstellung des Projekts vor zwei Jahren klar. Anders als klassische Ausbildungsstätten muss eine medizinische Universität nicht nur Lehre anbieten, sondern auch wissenschaftliche Rahmenbedingungen erfüllen.

Schon zahlreiche Fortschritte erzielt
Gleichzeitig sind die Vorgaben der zuständigen Akkreditierungsbehörde zu erfüllen. Bei der Landesholding verweist man auf bereits erzielte Fortschritte. So seien das Curriculum und wesentliche Planungsgrundlagen weitgehend fertiggestellt sowie Verwaltungs- und Organisationsstrukturen aufgebaut worden. Parallel dazu laufen Gespräche mit Lehrenden, Forschungspartnern, Gesundheitseinrichtungen und anderen Universitäten.

Schwerpunkt für kardiovaskulärer Erkrankungen
Auch bei Forschung und Infrastruktur sieht man das Projekt auf Kurs. Nach Angaben der Landesholding würden bereits nationale und internationale wissenschaftliche Kooperationen bestehen. Ein Schwerpunkt soll unter anderem in der Erforschung kardiovaskulärer Erkrankungen gesetzt werden. Kliniken, Ambulanzen und weitere Gesundheitseinrichtungen sollen künftig eine zentrale Rolle in der praktischen Ausbildung übernehmen. Zudem setzt man auf die Zusammenarbeit mit der Hochschule Burgenland sowie weiteren Ausbildungsstandorten im Gesundheits- und Sozialbereich.

Mit dem Projekt verfolgt das Burgenland das Ziel, langfristig mehr Mediziner auszubilden und damit die Gesundheitsversorgung im Land zu stärken. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) betonte in der Vergangenheit wiederholt, dass neue Wege notwendig seien, um die medizinische Versorgung langfristig abzusichern.

Unverändert bleibt daher auch der Fahrplan. Trotz Neuorientierung soll der Studienbetrieb weiterhin innerhalb der nächsten drei Jahre aufgenommen werden, betont die Landesholding.

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