Im großen Stil hatte es eine Bande aus Litauen im Vorjahr auf Sportgeschäfte in Westösterreich abgesehen, in Tirol wurden Reutte und Leutasch zu Tatorten. Zumindest einer der Männer stand nun vor Gericht, es war allerdings „nur“ der Fahrer.
Es waren aufsehenerregende Einbrüche, die stets nachts im Sommer und im Herbst in Reutte, Leutasch und Vorarlberg über die Bühne gingen. Zumindest vier Männer sollen Sportgeschäfte „leer geräumt“ und vor allem teure E-Bikes im Fokus gehabt haben. Schaden: rund 800.000 Euro!
Klein-Lkw gemietet und Beute transportiert
Die Rolle des geständigen Angeklagten (23) – der bei der Verhandlung nicht mehr aussagte – war dabei klar definiert. Er mietete jeweils den notwendigen Klein-Lkw in Litauen an, fuhr damit nach Österreich, half dort beim Beladen des Diebesguts und fuhr wieder zurück in seine Heimat, wo Räder & Co. verkauft wurden. Lange schien die Sache gutzugehen, doch bei der vierten Tat in Vorarlberg wurde der Angeklagte verhaftet.
Mein Mandant ist einer der jungen Menschen, die von einer schwer kriminellen Struktur verheizt werden.
Der Verteidiger des Angeklagten
Verteidiger spielte die Rolle des Angeklagten herunter
Schriftlich gestand der Angeklagte die Taten, sein Anwalt ergänzte: „Mein Mandant ist einer der jungen Menschen, die von einer schwer kriminellen Struktur verheizt werden“, führte er aber ins Rennen. Er sei letztlich das „kleinste Rädchen“ im großen Ganzen gewesen.
Strafe in U-Haft bereits verbüßt
Nach kurzer Beratung entschied sich der Schöffensenat für ein recht mildes Urteil. Der Angeklagte fasste 16 Monate bedingte und acht Monate unbedingte Haft aus, die durch die U-Haft aber schon verbüßt sind. Zudem muss er rund 170.000 Euro an Privatbeteiligte an Schadenersatz bezahlen.
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