Die Sorgen der Anrainer scheinen vor allem im Gewirr der Zuständigkeiten zwischen den verschiedenen Magistratsabteilungen unterzugehen. Inzwischen wurde auch noch der letzte verbliebene Baum gefällt.
Ein beschauliches Grätzel nahe der Alten Donau in Wien hat sich wegen einer Großbaustelle von rund 60 Hektar in eine Verkehrshölle verwandelt. Die Menschen, die dort wohnen, kämpfen seit mehr als 18 Monaten für Verbesserungen, fühlen sich aber von zuständigen Behörden im Stich gelassen. Wir haben an dieser Stelle schon einmal berichtet.
Mehr Staub und Lärm statt Entlastung
Staub, Lärm und Gefahr durch Baufahrzeuge haben sich seither aber nicht verringert. Derzeit werde auch noch die Straße kreuz und quer aufgegraben und wieder zugeschüttet, wie eine Anrainerin berichtet. „Die Staubbelastung ist durch die Ausgrabungsarbeiten noch schlimmer. Straße und Gehsteige sind oft total verschmutzt und man muss von Glück reden, wenn Kehrmaschine oder Spritzauto einmal fahren.“
Verbotene Zufahrt sorgt weiter für Ärger
Dazu werde eine Baustellen-Ausfahrt weiterhin verbotenerweise als Einfahrt benutzt. Und eine Fahrverbotszone (ausgenommen Anrainer) von vielen Fahrzeugen ignoriert. „In 25 Minuten waren es elf Firmenautos und ein Lkw, die durchgefahren und direkt in die Baustelle eingefahren sind.“
Polizei kündigte Kontrollen an – Anrainer warten weiter
Am Montag habe man auch noch den letzten verbliebenen Baum in der Gasse ohne Grund gefällt. „Besonders bitter ist, dass wir nur von einer Magistratsabteilung zur nächsten verwiesen werden. Die Polizei hat bestätigt, dass die Beschwerden gerechtfertigt seien und man jetzt öfter Kontrollen machen wolle. Bis jetzt war aber niemand mehr da.“
Mehrere Abteilungen zuständig
Die Baupolizei ließ die Ombudsfrau auf Anfrage unter anderem wissen, dass für die Bewilligung der Gehsteigauf- und -überfahrt für Baufahrzeuge die MA 28 zuständig sei. Für die Vorschreibung von Sicherungsmaßnahmen im Bereich des öffentlichen Gutes die MA 46. Diese wiederum beruft sich darauf, dass man durch die Baufirma Betonleitwände aufstellen und eine Einbahnführung habe umsetzen lassen. Ansuchen für weitere Maßnahmen würden nicht vorliegen.
Vielleicht würde ein Lokalaugenschein den zuständigen Beamten bei Entscheidungen helfen?
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