Frankenau gewann beim Entsiegelungswettbewerb „Baba Beton“ mit seinen Plänen für die Umgestaltung des Kirchenplatzes den ersten Preis. Doch statt Freude und Spatenstich gibt es nun politische Diskussionen um die Kosten.
Eigentlich sollte der geplante „Platz der Generationen“ am Kirchenplatz in Frankenau ein richtiges Vorzeigeprojekt sein. Erst im März holte das Vorhaben beim Entsiegelungswettbewerb „Baba Beton“ des Landes – initiiert von Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne) – den Sieg.
Ein altes Wahlversprechen
Doch statt für Freude sorgt das Projekt für politische Diskussionen in Frankenau-Unterpullendorf. Die Neugestaltung war 2022 ein Wahlversprechen von Paul Fercsak (SPÖ), der in Folge Bürgermeister in der ÖVP-Hochburg wurde. Doch die ÖVP hat Bedenken bei dem Projekt. Das Problem sind die Kosten. Laut aktueller Ausschreibung müssten 308.000 Euro investiert werden.
Billiger ist noch zu teuer
Fercsak will vieles auf Eigenleistung der Gemeinde machen, um die Summe auf 221.000 Euro zu drücken. Abzüglich des „Baba Beton“-Preisgeldes und der Leader-Förderung würden nur mehr rund 85.000 Euro für den Ortsteil Frankenau übrig bleiben, sagt der Bürgermeister. Das Geld müsste der Ortsteil aus seinem eigenen Budget aufbringen. Der ÖVP, die in Frankenau dominant ist, ist das aber zu viel. Sie will nicht mehr als 50.000 Euro beisteuern.
Nicht alle Bürger dafür
„Wir wollen nicht unser ganzes Geld in ein Projekt stecken“, sagt Vizebürgermeisterin Angelika Mileder (ÖVP). Zumal mindestens 178 Bürger im Ortsteil gegen die Pläne sind, wie Unterschriften belegen. Es gebe auch so schon viele schöne Plätze in Frankenau. Außerdem habe man keine Informationen zum 221.000 Euro-Projekt. Und das „Baba Beton“-Preisgeld mache „bis zu“ 100.000 Euro aus, es sei nicht sicher, dass man die volle Summe erhalte, so Mileder.
Gemeinderatssitzung geplatzt
Die ÖVP wollte daher bei der letzten Gemeinderatssitzung das Thema vertagen. Als das nicht gelang, zog sie aus und die Sitzung musste abgebrochen werden. Fercsak argumentiert, dass alle Unterlagen vorhanden seien. Im (ÖVP-dominierten) Ortsausschuss von Frankenau habe er das Projekt mehrfach vorgestellt. Der Ortsteil könne sich die Investition auch leisten. Der Kirchenplatz habe einen hohen historischen Stellenwert, die Umgestaltung sei auch touristisch von Bedeutung. Die Unterschriften will er nicht überbewerten.
Politisch motiviert?
Philip Juranich, Grüner Landtagsabgeordneter und MiT-Gemeinderat in Frankenau-Unterpullendorf, befürwortet das Projekt. Er wirft der ÖVP vor, politisch zu agieren und alle Projekte, welche die Gemeinde weiterbringen würden, zu blockieren. Der Auszug aus dem Gemeinderat sei nur ein politisches Ablenkungsmanöver gewesen.
Gemeinderat entscheidet
Am Sonntag wird das Vorhaben erneut im Ortsausschuss präsentiert, am Dienstag die Gemeinderatssitzung nachgeholt. Fercsak deutet an, dass der Gemeinderat notfalls über den Ortsausschuss hinweg entscheiden könne. Aktuell gibt es im Gemeinderat mehr Befürworter als Gegner.
Die Zeit läuft
Laut dem Büro von Haider-Wallner sind bis 100.000 Euro Förderung möglich. Mit dem Bau muss innerhalb eines Jahres begonnen werden, die Fertigstellung muss innerhalb von zwei Jahren erfolgen.
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