Aktuelle Bilanz

300 Migranten und drei Schlepper an Grenze

Burgenland
16.06.2026 07:00

So viele Aufgriffe, die Polizei und Heer in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gemeldet haben, gab es früher an nur einem Tag. 

Sechs Flüchtlinge, die zeitig in der Früh im Gänsemarsch durch Deutschkreutz spazieren – der Erste in der Reihe telefoniert mit dem Handy am Ohr, der Zweite überprüft auf dem Display die Route – eine aktuelle Beobachtung, die vor wenigen Jahren auf der Tagesordnung stand, mittlerweile aber nur noch selten vorkommt. An der Grenze ist es ruhig. 2023 waren zu Spitzenzeiten 300 Flüchtlinge pro Tag aus Ungarn über die Grenze nach Österreich gewandert.

Immer weniger Aufgriffe
Fast 15 Prozent aller Strafgefangenen hatten damals Schlepper ausgemacht – das System galt als massiv überlastet. Nur ein Jahr später hat sich die Zahl der Aufgriffe bereits drastisch reduziert. 5037 Flüchtlinge wurden 2024 gefasst, ferner sind 38 Festnahmen von Schleppern aktenkundig. Der Rückgang setzt sich weiter fort. 2025 sind 2799 Migranten hierzulande gestrandet, sechs Schlepper landeten hinter Gittern.

Während im vergangenen Jahr zwischen elf bis maximal 34 Einwanderer pro Woche auf Schleichwegen über die Grenze ins Burgenland gelangt sind, so schrumpfte ihre Zahl heuer im Sieben-Tage-Schnitt auf ein Dutzend.

150 Soldaten sind derzeit an der Grenze auf Patrouille. Früher waren es 450.
150 Soldaten sind derzeit an der Grenze auf Patrouille. Früher waren es 450.(Bild: Christian Schulter)

300 Migranten im heurigen Jahr
„Anfang des Jahres mussten in manchen Wochen lediglich jeweils zwei oder vier Migranten aufgenommen und betreut werden. In der Woche nach Ostern hatte es überhaupt nur einen einzigen Flüchtling nach Österreich verschlagen“, berichtet die Polizei von ihren Streifzügen entlang der 357 Kilometer zwischen dem Burgenland und den ungarischen Komitaten Győr-Moson-Sopron und Vas. Der Sieben-Tage-Spitzenwert 2026 ist bislang mit 23 Aufgriffen von 18. bis 24. Mai erreicht worden. Insgesamt wurden heuer 300 Flüchtlinge registriert und drei Schlepper aus dem Verkehr gezogen.

Unermüdlich geht der Kampf gegen die Schleuserbanden weiter, wie Innenminister Gerhard Karner und sein neuer ungarischer Amtskollege Gábor Pósfai bei ihrem ersten Treffen angekündigt hatten. Fortgeführt wird unter anderem die erfolgreiche „Operation Fox“.

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