Die von der Schließung bedrohte Volksschule Grieselstein bekommt eine Schonfrist bis 2027. Der Fall zeigt jedoch, dass auch die neuen gesetzlich festgelegten Mindestschülerzahlen keine Garantie für den Erhalt eines Schulstandortes sind.
Moschendorf, Limbach oder Steinberg: Knapp 20 Pflichtschulen mussten in den vergangenen Jahren zusperren. Heuer bleibt das große Schulsterben erstmals nach Jahren aus. Mit September öffnen alle Volksschulen wieder ihre Pforten – auch der Standort in Grieselstein bleibt vorerst erhalten. Eigentlich hätte der Standort im Bezirk Jennersdorf mit September aufgelassen werden sollen.
Der Gemeinderat beschloss nun aber eine Übergangsfrist bis zum Ende des Schuljahres 2026/27. Derzeit besuchen zwölf Kinder die Schule. „Mit der Übergangsfrist kann niemand sagen, dass etwas von heute auf morgen passiert. Das ist ein guter Kompromiss“, meint Bürgermeister Reinhard Deutsch (Liste JES).
Lange gesichert ist die Zukunft der Volksschule dennoch nicht. Die Gemeinde will den Standort aus finanziellen Gründen nicht dauerhaft weiterführen. Mit dem übernächsten Schuljahr 2027/28 wird daher endgültig Schluss sein.
Neues Gesetz schützt nicht vor Schließung
Mit dem kommenden Schuljahr treten erstmals verbindliche Mindestschülerzahlen für Pflichtschulen in Kraft. Volksschulen benötigen künftig im Durchschnitt für drei Jahre zehn Kinder, Mittelschulen mindestens 48 Schüler im laufenden Schuljahr. Damit sollen klare und nachvollziehbare Kriterien für den Erhalt von Schulstandorten geschaffen werden. Der Fall Grieselstein zeigt allerdings, dass die neuen Mindestschülerzahlen nicht automatisch vor einer Schließung schützen.
Solange innerhalb einer Gemeinde eine Volksschule besteht, ist diese nicht verpflichtet, weitere Schulstandorte zu erhalten.

Bildungsdirektor Alfred Lehner
Bild: Bildungsdirektion
„Gegen eine Entscheidung des Gemeinderates können wir nichts tun“, erklärt Bildungsdirektor Alfred Lehner. Veränderungen gibt es dennoch im Schulwesen. Die Volks- und Mittelschule Stoob werden ab dem kommenden Schuljahr als Cluster geführt. Die Berufsschule Oberwart übersiedelt voraussichtlich mit Jahresbeginn nach Pinkafeld.
Sonderschule: Ende der Containerlösung in Sicht
In das frei werdende Gebäude zieht die Sonderschule Oberwart, die seit Jahren in Containern untergebracht ist und dringend mehr Platz benötigt. Mit dem Schuljahr 2027/28 soll außerdem das Polytechnikum Oberwart nach Pinkafeld verlegt werden.
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