Saison 2026 eröffnet

„Der Almsommer ist nicht gekünstelt, sondern echt“

Land & Leute
14.06.2026 20:00

Der Almsommer 2026 ist eröffnet! Am Sonntag pilgerten erste Wanderer auf die Tauernkarleitenalm in Untertauern. Parallel zum Auftakt wurde ein Jubiläum gefeiert: Das „20 Jahre Almenweg“-Bankel lädt jetzt zum Verweilen ein. Kuhglocken läuteten und beim Bieranstich spritze es ordentlich. 

Aprilwetter begleitete die Almwanderer, die mit An- und Ausziehen von Regenjacken recht beschäftigt waren. Als Kräuterexpertin Nini Orda dann aber Informationen zur Flora am Wegesrand gab, lauschen alle gespannt. „Die Pflanzenwelt zeigt uns an, wo es im Winter besonders viel Schnee gibt“, verriet sie.

Von Zauchensee geht es Richtung Tauernkarleitenalm.
Von Zauchensee geht es Richtung Tauernkarleitenalm.(Bild: Andreas Tröster)

Erster Stopp war die Einweihung des Jubiläums-Bankerls für „20 Jahre Almenweg“ auf der Stubhöhe. Den insgesamt 300 Kilometer langen Weg mit 25 Etappen gibt es seit zwei Jahrzehnten und er ist mittlerweile ein Erfolgskonzept. Die Einweihung fiel verkürzt aus, weil wieder dunkle Wolken aufzogen.

Alm wird seit Generationen von Familie bewirtschaftet
Ziel: Die Tauernkarleitenalm (1653 m), ein Paradebeispiel für gelebte Almwirtschaft. Seit Generationen betreut die Familie Haym hier schon Almvieh und Wanderer. 25 bis 30 Stück Rind werden noch im Juni herauf gebracht. „Die Almwiesen sind für sie wie ein Fitnessprogramm“, meint Almbauer Andreas Haym. Und er scherzt: „Ich sage immer, dass wir steinreich sind.“ Hintergrund: Der Boden ist sehr steinig.

Maria & Maria servierten köstliche Bauernkrapfen.
Maria & Maria servierten köstliche Bauernkrapfen.(Bild: Andreas Tröster)

Onkel Michael ist der Wirt. Die Damen verwöhnen kulinarisch. Warum ihre Krapfen so flaumig sind? „Es braucht einen guten Teig“, meint Maria. In der Rauchkuchl wird bis heute Sauerkäse produziert.

Bürgermeister-Trio stolz auf Almwirtschaft
Die Alm ist von Zauchensee oder der Gnadenalm aus erreichbar. Von dort aus führt auch eine gut ausgebaute Mountainbike-Strecke herauf. Mit-Initiator war Abfahrtsweltmeister Michael Walchhofer, der gemeinsam mit den Sportstars Alexandra Meissnitzer und Andreas Prommegger gerne Botschafter der Almen war.

Auch drei Ortschefs schnürten die Wanderschuhe: Immerhin steht das neue Alm-Bankerl am Übergang zwischen Altenmarkt, Radstadt und Untertauern. Johann Steger, Altenmarkter Bürgermeister stolz: „Zauchensee hat eine rasante Entwicklung erlebt. Wir pflegen aber trotzdem noch die traditionelle Almwirtschaft.“

Es brauchte drei Schläge: Scharfetter, Gstaltmaier von Stiegl und Walchhofer.
Es brauchte drei Schläge: Scharfetter, Gstaltmaier von Stiegl und Walchhofer.(Bild: Andreas Tröster)

Und auch Landwirtschaftskammer-Präsident Rupert Quehenberger freut sich: „Wir schaffen es noch, dass wir die Bauern dazu begeistern, weiterzumachen.“ Hans Scharfetter, der in Vertretung der Landeshauptfrau kam, ergänzte: „Der Almsommer ist nichts Gekünsteltes.“

Den Almbauern sei Respekt für die Arbeit zu zollen, waren sich alle einig. Mit Kuhglocken wurde der Almsommer eingeläutet und beim Bieranstich spritzte es ordentlich.

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