Werden jetzt beerdigt

Niedrigwasser legte Kriegstote in Budapest frei

Ausland
07.08.2026 15:31
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Budapest sind durch den niedrigen Wasserstand der Donau zwei Kriegstote freigelegt worden. Auch ein deutsches Militärmotorrad und mehrere Panzerabwehrminen aus dem Zweiten Weltkrieg tauchten auf. Sie wurden entschärft, wie der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge mitteilte.

Die sterblichen Überreste der beiden deutschen Wehrmachtssoldaten wurden am Sonntag gegenüber dem ungarischen Parlament gefunden. Ihre zweiteiligen Erkennungsmarken waren noch vollständig. Das deutet darauf hin, dass die Familien der beiden Soldaten bisher keine Gewissheit über deren Schicksal haben könnten.  Üblicherweise sei im Todesfall eine Hälfte der Erkennungsmarke bei dem Soldaten belassen und die andere an die zuständigen Militärstellen geschickt worden, die die Benachrichtigung der Angehörigen regelten, teilte der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge mit. „Die Familien dieser Toten warteten offenbar vergeblich auf offizielle Nachricht.“

Der Verband wird die beiden Toten nun auf der Kriegsgräberstätte Budaörs bei Budapest beerdigen. Die Bergung des Motorrads übernahmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ungarischen Instituts und Museums für Militärgeschichte. Gasöl im Flussschlamm habe das Motorrad und Erkennungsmarken ungewöhnlich gut konserviert, hieß es. Buchstaben und Zahlen seien gut lesbar.

Erkennungsmarken der beiden Soldaten
Erkennungsmarken der beiden Soldaten(Bild: AFP/HANDOUT)
Der niedrige Wasserstand beim Atomkraftwerk Paks in Ungarn
Der niedrige Wasserstand beim Atomkraftwerk Paks in Ungarn(Bild: AP/Daniel Kiss)
Freigelegte Schiffswracks in Serbien
Freigelegte Schiffswracks in Serbien(Bild: AP/Darko Vojinovic)
(Bild: AP/Darko Vojinovic)

Schiffswracks in Serbien entdeckt
Hohe Temperaturen und ausbleibender Regen haben die Pegelstände vieler großer europäischer Flüsse auf Rekordtiefen fallen lassen. Derzeit tauchen auch immer wieder Schiffswracks auf. In Serbien wurden etwa mehrere Schiffswracks der deutschen Marine aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt. Die Nazi-Marine hatte unmittelbar vor dem sogenannten Eisernen Tor, einem Durchbruchstal der Donau an der Grenze zwischen Serbien und Rumänien, selbst Teile ihrer Schwarzmeerflotte versenkt. Der deutsche Flottenverband hatte sich auf dem Rückzug befunden und war von der sowjetischen Donaumilitärflottille verfolgt worden. Ungefähr 200 Wasserfahrzeuge wurden damals versenkt.

Die Wracks sind für die Donauschifffahrt ein gefährliches Hindernis. Die Europäische Union fördert deshalb ein Programm, um die besonders ungünstig platzierten alten Nazi-Schiffe nach und nach aus dem Wasser zu ziehen. 21 Wracks sollen geborgen werden.

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