Der Hilferuf aus OÖ ist in Wien angekommen: Das Frauenministerium übernimmt die Ende Mai ausgelaufene Förderung für das Projekt SToP – Stadtteile ohne Partnergewalt. Die SPÖ möchte, dass sich auch das Land OÖ an der Mitfinanzierung dieser Initiative zur frühzeitigen Erkennung von Gewalt an Frauen beteiligt.
Da waren sich im Jänner alle Fraktionen im Landtag einig: Das Projekt SToP – Stadtteile ohne Partnergewalt muss weitergeführt werden. Weil die Finanzierung durch das Sozialressort aber nur bis Ende Mai gesichert war, appellierte das Land an den Bund, die Fortführung von SToP sicherzustellen.
150.000 Euro aus dem Frauenministerium
Nachdem das Anliegen im April im Ministerrat aufgeschlagen war, erfuhr LH Thomas Stelzer (ÖVP) kürzlich per Schreiben aus dem Frauenministerium: „Seitens des Frauenressorts ist eine Finanzierung des neu konzipierten SToP-Projekts jedenfalls beabsichtigt.“ Seit vergangenem Dienstag steht nun fest, wie es konkret weitergeht. Im Gleichbehandlungsausschuss des Parlaments gab Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) bekannt, dass ihr Ressort seit 1. Juni erstmalig das Projekt mit 150.000 Euro für dieses und kommendes Jahr mitfinanziere. Ein „Ausfall an allfällig bisher bestehenden Landes- oder Gemeindeförderungen“ könne damit aber nicht kompensiert werden, hält man im Ministerium fest.
Auch Geld vom Land gefordert
Und genau da setzen die Sozialdemokraten in OÖ an: „Der Bund macht seinen Teil, jetzt muss auch das Land Oberösterreich endlich mitwirken“, fordert SPÖ-Frauensprecherin Renate Heitz. Denn: Anders als von manchen Gemeinden und der Stadt Linz gab es bisher für SToP keine Landesförderung.
StoP leistet wertvolle Arbeit in Nachbarschaften. Es braucht ein nachhaltiges Finanzierungsmodell, an dem sich Bund, Land und Gemeinden gemeinsam beteiligen.
Renate Heitz, SPÖ-Frauensprecherin
Sechs Standorte in Oberösterreich
In OÖ gibt es sechs SToP-Standorte – in Linz (Urfahr, Franckviertel), Wels (Pernau, Neustadt), Leonding und Perg. Das Projekt basiert auf der Idee, dass Anrainer dazu ermutigt werden, Zivilcourage zu zeigen und Partnergewalt nicht zu verschweigen oder zu dulden. „StoP informiert und hilft, häusliche Gewalt früh zu erkennen und zu unterbrechen“, heißt es auf der Internetseite des vom Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser koordinierten Projekts.
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