Landesumweltanwalt:

Verkehr am Fernpass wird mit dem Tunnel zunehmen

Tirol
25.07.2026 08:00

Vize-Landesumweltanwalt Walter Tschon warnt über die Auswirkungen des Fernpasspakets. Der Pass soll mit einem Scheiteltunnel entschärft werden. Die Befürchtungen der Anrainer sind wohl leider berechtigt.

Nachdem das zuständige Amt der Tiroler Landesregierung Anfang Juli einen positiven Bescheid für den Bau des Fernpass-Scheiteltunnels erteilt hat, laufen bei der Tiroler Umweltanwaltschaft die Telefone heiß. Besorgte Bürgerinnen und Bürger wollen wissen, warum man nicht dagegen ankämpft. Zumal auch seitens von CIPRA (das ist die internationale Alpenschutzkommission) darauf hingewiesen wird, dass Fernpasspaket nicht mit dem Verkehrsprotokoll in Einklang zu bringen ist und einem Vertragsbruch gleichkomme.

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Der Ausbau der Fernpass-Strecke ist im Sinne der Anrainerinnen und Anrainer sicherlich zu hinterfragen.

Vize-Landesumweltanwalt Walter Tschon

Bürgermeister sind klar für den Fernpass-Ausbau
Gegenüber der „Krone“ erklärt Walter Tschon, Vize-Landesumweltanwalt von Tirol, Folgendes: „Grundsätzlich kann angemerkt werden, dass dieser Bescheid trotz bereits im Projektantrag vorgesehener und damit verbindlicher Ausgleichsmaßnahmen im Sinne der Ausführungen des Amtssachverständigen für Naturkunde zu Beeinträchtigungen der diversen Schutzgüter führt. Im Rahmen der im Gesetz vorgesehen verbindlichen Interessenabwägung ist auch von wesentlicher Bedeutung, dass die vom Projekt unmittelbar betroffenen Gemeinden ausdrücklich zugestimmt haben. Ja, sie haben dieses Projekt als vorteilhaft für die Gemeinden beschrieben und dies auch in ihren Stellungnahmen zum Ausdruck gebracht.“

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Ein derartiges Straßentunnelprojekt ohne entsprechende Ausgleichsmaßnahmen ist aus meiner Sicht in der heutigen Zeit nicht mehr akzeptabel!

Vize-Landesumweltanwalt Walter Tschon

Für ihn sei für die Interessenabwägung auch von Bedeutung, dass der Tiroler Landtag als höchstes demokratisch legitimiertes Organ des Landes „ein außerordentlich starkes öffentliches Interesse an der Realisierung des beantragten Fernpasspakets bekundet hat“.

Ausgleichsmaßnahmen wichtig
Tschon merkt jedoch kritisch an, dass entsprechende Ausgleichsflächen geschaffen werden müssen: „Ein derartiges Straßentunnelprojekt ohne entsprechende Ausgleichsmaßnahmen ist aus meiner Sicht in der heutigen Zeit nicht mehr akzeptabel!“ Des Weiteren ist der neue Tunnel mit drei neuen, zusätzlichen Fahrstreifen, die weniger steil und kurvenarm geführt werden als bisher jedenfalls als kapazitätserhöhender Ausbau einer hochrangigen Straße für den alpenquerenden Verkehr zu sehen.“

Der Ausbau ist durchaus zu hinterfragen
Abschließendes Fazit: „Vor diesem Hintergrund ist die Herangehensweise, mittels eines weiteren baulichen Ausbaus die mittlerweile sicherlich gänzlich untragbare Belastungssituation auf der Fernpassstraße nachhaltig zu lösen jedenfalls im Sinne der vielen Einwände der Anrainerinnen und Anrainer zu hinterfragen. Eine weitere Zunahme der Verkehrsbelastung ist so wohl nicht zu verhindern!“

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