Privates Gutachten

Weitere Sorge wegen Asbestverdacht bei Güterweg

Burgenland
05.06.2026 19:00

Mit Argusaugen werden seit Bekanntwerden der Asbest-Problematik Schotterwege im gesamten Burgenland betrachtet. Zuletzt wurde bekannt, dass eine Schotterstraße in Großpetersdorf erhöhte Messwerte aufwies. Einen ähnlichen Fall gibt es jetzt offenbar auch im mittelburgenländischen Kaisersdorf. 

Es handelt sich dabei um einen einige Kilometer langen Güterweg, der parallel zur Landesstraße Richtung Gemeinde führt und auch in der Nähe von bebautem Gebiet vorbeigeht.

Laut einem Gutachten, das der „Krone“ vorliegt, ist der dortige Schotter mit Asbest belastet. Die untersuchte Probe enthält Amphibolasbest, der Anteil wird mit 50 Prozent der Masse angegeben. Erstellt hat das Gutachten ein Wiener Ziviltechniker-Büro, offenbar auf privaten Auftrag.

Auch private Hauseinfahrt belastet
Auch eine geschotterte, private Hauseinfahrt wurde dabei untersucht, hier stellte der Ziviltechniker ebenfalls eine Asbestbelastung fest. „Bei der rasterelektronenmikroskopischen Abbildung finden sich asbesttypische Faserverteilungen“, steht im Bericht zu beiden Proben.

Bei der Zufahrt zum Bad wurde das Material bereits getauscht.
Bei der Zufahrt zum Bad wurde das Material bereits getauscht.(Bild: Christoph Miehl)

In der Ortschaft ist abseits davon zu hören, dass auch andere Flächen betroffen sein sollen, etwa die Zufahrtsstraße zum Freibad und der Parkplatz davor. „Am besten wäre es, wenn der Schotter entfernt und entsorgt werden würde“, erzählen Bürger.

An einer Lösung wird bereits gearbeitet
Auf Nachfrage erklärt Bürgermeister Horst Egresich, dass die Problematik beim Güterweg bekannt sei. Die Gemeinde stehe deswegen bereits im Austausch mit dem Land und der Taskforce. „Wir sind uns der Thematik bewusst und arbeiten daran, eine Lösung zu finden“, so der Ortschef. Er selbst sei durch Greenpeace darüber informiert worden.

Im Hinblick auf das Gutachten verweist er aber darauf, dass solche Beprobungen gemäß wissenschaftlichen Vorgaben durchgeführt werden müssen, damit das Ergebnis auch wirklich aussagekräftig ist.

Gemeinde als Auftraggeber
Der Schotter sei vor rund zwei Jahren auf dem Güterweg aufgebracht worden. Damals war die Gemeinde Auftraggeber, die Baudirektion des Landes habe sich um die Ausschreibung und die Abwicklung gekümmert.

Eine mögliche Lösung sei, das Material zu entfernen oder den Weg zu asphaltieren. Gerade Letztgenanntes sei aber mit hohen Kosten verbunden, so Egresich. Bezüglich Freibad-Zufahrt erklärt er, dass der dortige Schotter bereits entfernt und durch unbedenkliches Material ersetzt worden sei. 

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