Personalabbau droht

Beschäftigte in Industrie müssen um Jobs zittern

Niederösterreich
28.07.2026 08:00

Industriebetrieben in Niederösterreich steht das Wasser bis zum Hals: Nahezu die Hälfte aller Unternehmen blickt düster in die Zukunft. Gerechnet wird damit, dass die Produktion weiter sinkt – und dadurch weitere Arbeitsplätze verloren gehen.

Industriekapitän zu sein, ist derzeit kein Honiglecken. In einem niederösterreichischen Industriebetrieb beschäftigt zu sein, noch viel weniger. Denn vor allem in metallverarbeitenden Unternehmen zwischen Enns und Leitha wackeln Arbeitsplätze.

Situation angespannt
Die aktuelle Konjunkturumfrage der NÖ-Industriellenvereinigung (IV-NÖ) unter 44 heimischen Betrieben mit insgesamt mehr als 26.000 Beschäftigten weist ein negatives Gesamtergebnis aus. „Die Lage der Industrie in Niederösterreich hat sich weiter eingetrübt“, bringt es IV-NÖ-Geschäftsführerin Michaela Roither auf den Punkt. Während im Chemie-, Holz- und Elektronikbereich „stabilere Tendenzen“ zu verzeichnen sind, ist die Situation in der metalltechnischen Industrie schon äußerst angespannt: „Die Auftragslage ist schwach, die Betriebe rechnen mit sinkender Produktion und mit Personalabbau“, berichtet Roither.

Auftragslage schlecht
Über alle Industriebranchen hinweg beurteilt nicht einmal ein Viertel der Unternehmer die derzeitige Geschäftslage als gut. Dafür sehen nahezu 50 Prozent durchwegs schwarz. Und nur fünf Prozent rechnen mit einer Verbesserung in den kommenden Monaten. Besonders kritisch ist die Ertragslage – und 82 Prozent der Betriebe sind überzeugt, dass das auch in nächster Zukunft so bleibt. Die Auftragsbestände liegen im negativen Bereich, auch bei Auslandsaufträgen überwiegen negative Einschätzungen. Das bestätigt den Rückgang bei heimischen Exporten (die „Krone“ berichtete).

Zitat Icon

Die Umsetzung von Wirtschaftsreformen kann für kostenintensive Betriebe darüber entscheiden, ob weiter hier produziert wird.

Michaela Roither, Industriellenvereinigung Niederösterreich

Konsequenzen am Arbeitsmarkt
Die Konsequenzen dieser Entwicklung werden sich wohl eher früher als später am heimischen Arbeitsmarkt niederschlagen: 42 Prozent der Industriebetriebe rechnen mit Job-Abbau. Gefordert werden rasche Reformen – vor allem Bürokratie-Abbau und bessere Bedingungen bei Investitionen.

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