Krisenstelle

Team der kids-line kämpft um ehrenamtliche Berater

Salzburg
04.06.2026 12:00

Die Telefon- und Onlineberatungsstelle für Kinder und Jugendliche ist gefordert: Allein 40.000 Hilferufe gehen im Jahr per Chat ein. Der Bedarf steigt laufend. Die kids-line baut auf einem großen Stock an ehrenamtlichen Beratern. Probleme verursacht eine Gesetzesnovelle. 

Es geht um alle Formen von Gewalt, soziale Ängste, um Selbstwert, Einsamkeit oder gar Suizidgedanken. Mehr als 40.000 Chatanfragen gehen im Jahr bei der kids-line in Salzburg ein. Dazu kommen bei der Anlaufstelle für 8- bis 25-Jährige, die schon seit 25 Jahren von der Erzdiözese betrieben wird, etwa 8000 Telefonate.

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Unser Chat ist ein digitaler Raum, der mit echten Menschen besetzt ist. Die Jugend von heute will auch in unserer digitalen Zeit noch echte Begegnung erleben.

Katja Schweitzer und Theresa Schimke, Leitung der kids-line

Neben dem Leitungsteam sind rund 120 ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Sie kommen aus ganz Österreich. Ein Großteil davon sind neben Psychologie-Studenten Psychotherapeuten. Und genau sie drohten jetzt wegen einer Novelle im Psychotherapiegesetz wegzubrechen: Praxisstunden werden nur noch zu 20 Prozent im Homeoffice angerechnet.

Der Großteil der Hilferufe geht über die Chatfunktion ein.
Der Großteil der Hilferufe geht über die Chatfunktion ein.(Bild: Markus Tschepp)

Die beiden Leiterinnen Theresa Schimke und Katja Schweitzer dazu: „Bei uns bleibt es immer ein Online-Angebot. Es macht qualitativ ja keinen Unterschied, ob wir in Salzburg oder woanders sitzen.“ Weil sich der Gesetzgeber nicht bewegen wollte, gibt es jetzt Kooperationen mit anderen Trägern in ganz Österreich. Freiwillige Berater können beispielsweise Räume der Telefonseelsorge in Wien nutzen. So konnten längere Wartezeiten bis jetzt weitgehend verhindert werden. Das Team hofft jetzt, dass es keine weiteren Verschärfungen geben wird.

Chat und Telefon sind täglich von 13 bis 21 Uhr besetzt. Viele Kinder und Jugendliche nutzen das Angebot über Monate, teils auch über Jahre. Die Beraterinnen bauen zu den Kontaktsuchenden eine Vertrauensbasis auf: „Wir halten euch fest“, geben sie dann Sicherheit. Auch die Leiterinnen übernehmen noch selbst Schichten. Ihr Wunsch an die Fördergeber Stadt, Land und Erzdiözese: „Dass wir weiter Sicherheit haben.“

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