Der Chor des Bayerischen Rundfunks gab am Dienstag in der Bregenzer Pfarrkirche Sankt Gallus ein fabelhaftes Konzert. Das Publikum bedankte sich zurecht mit lang anhaltendem Applaus.
Wenngleich nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich, so ist doch das Programm der Bregenzer Festspiele beziehungsreich angelegt. So stand das Barockkonzert, das der Chor des Bayerischen Rundfunks am Dienstag in der Pfarrkirche Sankt Gallus gab, in zweifacher Beziehung zur Uraufführung des Musiktheaters „Passion of the Common Man“, welche wir am Freitag und Samstag auf der Werkstattbühne erleben werden. Denn dieser Chor, einer der besten Chöre europaweit, wirkt dort mit. Und, wie mir Anne Sofie von Otter jüngst erklärte, hat diese „Passion of the Common Man“ in ihrem Aufbau und ihrer Besetzung sehr viel mit den Passionen von Johann Sebastian Bach zu tun.
Bach also stand auf dem Programm des Chorkonzerts in Sankt Gallus – und nicht nur der große Johann Sebastian, sondern auch Werke seiner Onkel Johann Michael Bach und Johann Christoph Bach, dazu solche aus der Feder von Carl Philipp Emanuel Bach, dem Sohn Johann Sebastians und seiner ersten Frau Maria Barbara. In schönem Wechsel programmiert, erkannte man bald die Unterschiede zwischen den Komponisten, sei es aufgrund des Stils der über drei Generationen verteilten Musik, sei es in der Meisterschaft. Denn auch wenn das Programmheft als Komponisten des letzten Werkes Johann Christoph Bach auswies, so hörte doch wohl jeder, dass die Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“ in Wirklichkeit vom alle überragenden Johann Sebastian war.
Meisterhafte Darbietungen
Zur Abwechslung in den Stilen kam die der Besetzungen. Vom Orgelstück, gespielt von Max Hanft, über diverse Solo- beziehungsweise Ensemblegesänge bis hin zum vollen Chorklang erlebte das Publikum, das die Kirche bis auf den letzten Platz füllte, meisterhafte Darbietungen. Strahlend der Klang der Soprane sowohl bei den Soli als auch im Tutti, erstaunlich die Präzision und Klarheit der 28 Stimmen und mitreißend die Energie ihres Gesanges, sei es die der andachtsvollen Haltung oder sei es der Jubel des Gotteslobs. Alle Gesänge wurden stilgerecht unterstützt von einer Continuogruppe, der neben dem Organisten der Lautenist Axel Wolf und der Gambist bzw. Kontrabassist Günter Holzhausen angehörten. Begeisterter Applaus.
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