Nach einem Unfall am Berg in Salzburg erlebte Sabine Prunner (57) aus Bad Hall (Oberösterreich) nicht nur großes Glück, sondern auch enorme Hilfsbereitschaft. In der „Krone“ will sie sich jetzt bei den unbekannten Helfern bedanken – und hofft, dass diese sich melden.
Es hätte ein schöner Tag in den Bergen werden sollen. Gemeinsam mit einem Wanderfreund stieg Sabine Prunner (57) aus Bad Hall am 4. Juli erst auf den Schober, dann auf den Frauenkopf in Salzburg – und plötzlich kam alles anders: Prunner stolperte beim Abstieg über Stufen, überschlug sich dreimal und stürzte etwa zehn Meter in die Tiefe. „Ich war kurz bewusstlos und kann mich nicht mehr genau daran erinnern“, erzählt sie. Und weiter: „Ich weiß noch das Stolpern, danach ist vieles weg.“
Tuch eine Stunde über Kopf gehalten
Was bleibt, ist etwas anderes: die Erinnerung daran, wie viele Menschen in diesem Moment nicht weg-, sondern hingeschaut haben. Ein tschechisches Ehepaar erreichte die 57-Jährige zuerst, leistete sofort erste Hilfe. „Nach und nach sind immer mehr Leute dazugekommen“, ist sie dankbar. Eine Dame hatte eine Rettungsdecke dabei, packte sie sofort aus, drei andere Frauen hielten ihr fast eine Stunde lang ein Tuch über den Kopf, um sie vor der Sonne zu schützen. „Das haben die gemacht, bis der Hubschrauber gekommen ist“, sagt Prunner mit leiser Stimme und fügt hinzu: „Ich will einfach Danke sagen, dass die alle dageblieben sind.“ Im Gespräch mit der Frau spürt man, wie nahe ihr die Situation geht. Immer wieder betont sie, dass all das nicht selbstverständlich war.
Mit Hand Gesicht geschützt
Als der Rettungshubschrauber bei der Unglücksstelle eintraf, begann die Bergung. „Die Einsatzkräfte haben mich eingepackt und an einem Seil befestigt. Dann sind wir runtergeflogen. Daran kann ich mich dann aber auch wieder nicht mehr so gut erinnern“, schildert Prunner weiter. Ein Moment blieb ihr dennoch im Gedächtnis: „Der Arzt hat mir beim Fliegen die Augen zugehalten, damit mir keine Steine ins Gesicht fallen.“
Ein kleiner Handgriff – und doch eine große Geste. Im UKH Salzburg ging es dann genauso hilfsbereit weiter – Gott sei Dank erlitt Prunner „nur“ Prellungen und eine Gehirnerschütterung. „Ich habe nach den Untersuchungen sofort etwas zu essen bekommen, obwohl es schon 15 Uhr war – das ist auch nicht selbstverständlich.“ Auch im Krankenhaus seien alle extrem freundlich zu der Patientin gewesen. Zum Schluss sagt sie: „Ich weiß leider nicht, wer die Menschen am Berg waren, würde mich aber freuen, wenn sie sich melden, damit ich mich persönlich bedanken kann.“
„Mehr davon“ ist die Serie für Geschichten über alles Positive, das in unserem Land passiert und meist viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Für Ideen, die anstecken. Für Menschen, die zeigen, wie es gehen kann. Sie haben etwas erlebt, gesehen oder gehört, bei dem Sie sich gedacht haben: „Davon brauchen wir mehr!“ Dann schicken Sie uns gerne Text und Fotos an lisa.stockhammer@ kronenzeitung.at
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