Gespenstischer Anblick
Ehemalige DDR-Station vor Rügen wird versteigert
Am Donnerstag wird in Hamburg die ehemalige DDR-Militärstation Ostervilm in der Ostsee versteigert. Die Plattform ist etwa 250 Quadratmeter groß und beherbergt Überreste des Gebäudes wie Türen und Fenster, die aus den Angeln gerissen sind. Die Holzdielen sind teils eingestürzt.
Ergänzt wird der gespenstische Anblick von rostenden Bauelementen, Grünspan und Vogelkot. Die Insel vor Rügen war eine sogenannte Entmagnetisierungsstation. Dort wurden Marineschiffe über eine Kabelschleife im Meer behandelt, damit sie nicht von Seeminen mit Magnetzündern erkannt werden. Die künstliche Insel wurde 1954 auf rund 600 Holzpfählen errichtet. Früher gab es ein Wohnhaus und einen Waschraum.
Nach dem Ende der DDR verfiel die Militärstation immer mehr, obwohl sie verschiedene Besitzer hatte. Nun kann sie um mindestens 39.000 Euro erworben werden. Es gebe schon einige Ideen zur künftigen Nutzung, sagte Hanna Scheibeler, Sachbearbeiterin des Auktionshauses in Hamburg. Als Beispiele nannte sie ein Casino, einen Ort für Hochzeiten und eine abgelegene Bar. „Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.“
Hier sehen Sie ein Bild von der Mini-Insel:
„War nicht für längeren Aufenthalt gedacht“
Früher habe es nicht viel auf der kleinen Insel gegeben, sagte Burkhard Lenz, der nach dem Ende der DDR mit einem Freund Ideen für den Umbau hatte. Die Einrichtung sei nicht für einen längeren Aufenthalt gedacht gewesen, sagte er. „Man hatte keine 220 Volt, es gab auch kein Trinkwasser auf der Insel. Das wurde immer mit Tanks da rübergebracht.“ Meist seien die Soldaten nur einzelne Tage dort gewesen, sagte Lenz, der selbst viele von ihnen kannte. Die Pläne, die Insel umzubauen, ließ er schlussendlich wieder fallen.
Das Auktionshaus beschrieb den Zustand von Ostervilm als „marode“. Das Wohnhaus und der Waschraum seien „spartanisch, aber funktional“ gewesen, hieß es im Katalog.








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