Ortschef in der Kritik

Frierende Schweine? Wirbel um angebliche Anzeige

Niederösterreich
03.06.2026 13:00

Neues Kapitel im Streit um den Schweinebetrieb von Andreas Hubmann in Gerersdorf: Nun soll der Bürgermeister der Nachbargemeinde Hafnerbach Anzeige erstattet haben, weil ihm zitternde Tiere aufgefallen seien. Doch dieser bestreitet das.

Die Zukunft der Schweinehaltung oder ein großes Problem für die Umwelt? Der Betrieb von Landwirt Andreas Hubmann in Gerersdorf im Bezirk St. Pölten polarisiert jedenfalls – die „Krone“ berichtete. Er hält 600 Schweine – nicht im Stall, sondern auf einem Acker in einem Zelt.

Nach mehreren Räumungsbescheiden und Strafverfahren nun das nächste Kapitel: Der Bürgermeister der Nachbargemeinde Hafnerbach soll Anzeige wegen Tierquälerei erstattet haben, weil frierende Tiere entdeckt worden seien. Das behauptet der Verein gegen Tierfabriken (VGT), der Hubmann seit Längerem unterstützt. „Er gibt an, er habe im Schweinebetrieb beim Vorbeigehen frierende Ferkel gesehen. Er fordert in einem Schreiben die BH auf, wegen Tierquälerei zu ermitteln“, so der VGT.

„Die beste Haltungsform“
Dabei wäre dort das Gegenteil der Fall. „Im Gegensatz zu Vollspaltenböden haben die Schweine dort Liegekomfort, können wühlen und kleinere Strecken laufen. Die Haltungsform ist mit Abstand die beste. Die Anzeige ist ein neuer Höhepunkt der Eskalation von Schweineindustrie und Behörden“, ist VGT-Obmann Martin Balluch überzeugt.

Nur: Ortschef Stefan Gratzl beteuert, nie Anzeige erstattet zu haben. Einem Mitarbeiter der Gemeinde seien die zitternden Tiere aufgefallen. Er habe daraufhin lediglich die Behörde ersucht, sich das näher anzusehen. „Es ist keine offizielle Anzeige. Ich habe die Unterbringung nie bewertet und auch das Wort Tierquälerei nie erwähnt“, so Gratzl.

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