Kritik der Geschäfte

Mülltonne soll vors Schaufenster gestellt werden

Kärnten
29.05.2026 15:00

Klagenfurt stellte seine Müllentsorgung neu auf – nur noch an der Grundstücksgrenze wird entsorgt. Das erregt den Ärger der Innenstadtgeschäfte. Modezar Gregor Grünber soll – nach Ratschlag der Stadt – seine Mülltonnen vor die Schaufenster stellen. Das darf nicht passieren.

Die Müllentsorgung neu kommt bei vielen Geschäften nicht gut an und sorgt für Diskussionen in der Innenstadt. Seit 1. Jänner gilt: Restmüll-, Bio- und Altpapiertonnen sowie der Gelbe Sack werden nur mehr an der Grundstücksgrenze abgeholt. Die Stadt will damit Geld sparen, denn eine Abholung im Innenhof verursache zusätzliche Kosten.

Auch vor Apotheken stehen mitten auf der Straße die Gelben Säcke.
Auch vor Apotheken stehen mitten auf der Straße die Gelben Säcke.(Bild: Christian Tragner)

Mülltonnen verstellen Feuerwehreinfahrten
Vor allem die Innenstadtbetriebe reagieren verärgert. In einer Facebook-Gruppe der Unternehmer häuft sich Kritik. Modehändler Gregor Grüner schildert der „Krone“ massive Probleme: „Seit 300 Jahren ist bei uns der Müll im Innenhof abgeholt worden; das würde mich nun aber zusätzlich 2000 Euro kosten.“ Eine praktikable Lösung fehle bisher. Die neue Vorgabe sei bei seiner Innenstadtliegenschaft nicht umsetzbar, da die Mülltonnen Einfahrten und Feuerwehrzufahrten blockieren würden. „Die Vorgangsweise ist praxisfern und das Foto, das mir der Abteilungsleiter der Entsorgung geschickt hat und wonach ich Mülltonnen vor mein Schaufenster stellen soll, ist die größte Frechheit in dieser Angelegenheit“, so Grüner.

Referentin Sandra Wassermann kündigt Einzelgespräche zu Lösungsfindungen an.
Referentin Sandra Wassermann kündigt Einzelgespräche zu Lösungsfindungen an.(Bild: Christian Tragner)

Gespräche mit der Referentin
Auch das Stadtbild verändert sich durch die neue Regelung. Gelbe Säcke liegen teils auf Gehsteigen und Straßen, wo sie von Tieren aufgerissen werden können. Der Müll muss abends rausgestellt werden, wird ab 5.30 Uhr abgeholt. Kritiker fragen, ob das das Bild sei, das Klagenfurt abgeben wolle – gerade mit Blick auf die Koralmbahn und die vielen steirischen Besucher. Anrainer sprechen beim „Krone“-Lokalaugenschein von einem ungeordneten Erscheinungsbild und von zusätzlichem Aufwand bei der Entsorgung.

Will Klagenfurt so ein Bild abgeben?
Die Stadt verweist darauf, dass die Umstellung notwendig sei, um das Entsorgungssystem langfristig finanzierbar zu halten. Die bisherigen Abholmodelle hätten Zusatzkosten verursacht, die nun reduziert werden sollen. 600.000 Euro sollen im Jahr eingespart werden.

Die zuständige Referentin Sandra Wassermann (FP) kündigt nun Gespräche mit den Betrieben an: „Wir werden Einzelgespräche führen und nach Lösungen suchen.“ Bereits zuvor hatte Wassermann etwa die Kaution für Gastgärten auf öffentlichem Grund gestrichen, da auch diese als betriebsfeindlich galt.

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