Die „Krone“ berichtete exklusiv, jetzt kommen immer mehr Details ans Licht: Nach dem Bekanntwerden möglicher sexueller Belästigungen durch einen Religionslehrer in einer Salzburger Volksschule haben das Land Salzburg und die Bildungsdirektion nun eine unabhängige Meldestelle eingerichtet, an die sich betroffene Personen wenden können.
Der Lehrer soll Kinder unangemessen berührt, am Oberschenkel gestreichelt und auf den Schoß genommen haben. Nach Bekanntwerden der Vorwurfe wurde der Lehrer zunächst vom Dienst freigestellt und danach suspendiert.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit diesem Zeitpunkt in dem Fall. Schulpsychologinnen und -psychologen betreuen die Schülerinnen und Schüler vor Ort und bieten Hilfe und Unterstützung an. Bereits zu Beginn dieses Schuljahres sollen sich Eltern an die Schulleitung gewandt haben. Dieser Sachverhalt wird derzeit von der Bildungsdirektion erhoben. Am Dienstag dieser Woche ist der Bildungsdirektion dann ein weiterer Hinweis auf einen ähnlichen, schon länger zurückliegenden Vorfall, der diese Lehrkraft betrifft, gemeldet worden. Am Abend wurde noch ein ähnlicher Fall aus der Vergangenheit bekannt. „Da zum jetzigen Zeitpunkt der Verdacht eines systematischen Vorgehens der Lehrperson naheliegt, müssen vollständige Aufklärung und Transparenz gewährleistet werden“, teilte das Land jetzt in einer Aussendung mit.
Aus diesem Grund haben das Land Salzburg und die Bildungsdirektion am Mittwoch eine unabhängige Meldestelle eingerichtet, an die sich betroffene Personen wenden können. Diese Stelle wird vom ehemaligen Präsidenten des Landesgerichts Salzburg, Hans Rathgeb, geleitet.
Kirche will Aufklärung unterstützen
Unterstützung bei der Aufklärung kommt auch seitens der Kirche. „Wir sind betroffen und bedauern zutiefst die Vorfälle, noch mehr, da wir als Kirche in den letzten Jahren sehr viel Kraft in Präventionsarbeit hineingesteckt haben“, sagte der Leiter des Schulamts der Erzdiözese Salzburg, Erwin Konjecic, zur Kathpress. In einem Gespräch mit ihm habe der Lehrer sein Fehlverhalten grundsätzlich eingeräumt. Betroffenen steht auch die Ombudsstelle der Erzdiözese Salzburg für Gespräche zur Verfügung.
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