Aus für Stützpunkte

Zahl der Notarzt-Einsätze um ein Drittel gesunken

Niederösterreich
28.05.2026 09:15

Über die Schließung von elf Notarzt-Stützpunkten in Niederösterreich wird am Donnerstag erneut im Landtag abgestimmt. Die Landeskoalition tritt für diesen Schritt ein. Mediziner unterstützen diese Entscheidung. Es droht ein politisches Hick-Hack.

Was ist Populismus? Letztens bot die SPÖ drei Mediziner auf, die – wie berichtet – vor der Schließung von elf Notarzt-Stützpunkten in Niederösterreich warnten. Am Mittwoch erklärte ÖVP-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner, warum das Aus dieser Standorte kein Problem sei – flankiert von zwei Notärzten, die zustimmten.

Große Herausforderungen
„Wir stehen im Gesundheitswesen vor drei großen Herausforderungen“, holte Zauner aus. Die Bevölkerung werde älter, die Medizin immer spezialisierter, medizinisches Fachpersonal rarer. Der NÖ-Gesundheitsplan sei die Antwort auf diese Entwicklung. Die Neuordnung des Notarzt-Systems sei Bestandteil dieses Plans: „Den die SPÖ in Landesregierung und Landtag mitbeschlossen hat“, betonte der ÖVP-Politiker.

Zu wenig Notärzte
Die Reduzierung der Stützpunkte sei eine Notwendigkeit, so Zauner: „Ein Drittel der Notärzte geht demnächst in Pension, Nachwuchs gibt es aufgrund der aufwendigen Ausbildung wenig.“ Und auch nach der Schließung von elf Standorten sei das weite Land notfallmedizinisch besser versorgt als andere Bundesländer. Zauner: „In Oberösterreich kommt ein Notarzt auf 76.000 Einwohner, bei uns auch nach dieser Reform auf nur 69.000 Einwohner.“

Matthias Zauner (ÖVP, M.) mit Primar Alexander Egger (re.) und Oberarzt Ronald Wielach.
Matthias Zauner (ÖVP, M.) mit Primar Alexander Egger (re.) und Oberarzt Ronald Wielach.(Bild: VPNÖ)

Sanitäter statt Notarzt
Dass die Umstrukturierung „stimmig, nicht bedrohlich“ sei, bekräftigte Primar Dr. Alexander Egger, ärztlicher Leiter des Spitals in Scheibbs und aktiver Notarzt: „Seit es Notfallsanitäter bei der Rettung gibt, gibt es um 32 Prozent weniger Notarzt-Einsätze.“ Auch Dr. Ronald Wielach, Notarzt aus Korneuburg, attestiert den Notfallsanitätern hohe Kompetenz.

Harter Schlagabtausch
Zum politischen Schlagabtausch kommt es heute im Landtag. SPÖ und Grüne werden gegen das Aus von Notarzt-Standorten votieren. Die Landeskoalition wird dagegenhalten. Mit harten Bandagen: Zauner wirft der SPÖ einen „Zick-Zack-Kurs“ und ein „Populismus-Donnerwetter“ vor.

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