Nach Horrorunfall

Fassungslosigkeit in Belgien: Warum bog Lenker ab?

Ausland
28.05.2026 11:23

Der Schock sitzt nach wie vor tief in der belgischen Gemeinde Buggenhout. Fassungslosigkeit herrscht vor allem darüber, wie es zu dem fatalen Zusammenstoß eines Schulbusses mit einem Passagierzug kommen konnte. Laut den ausgewerteten Videoaufnahmen bog der erfahrene Chauffeur (49) trotz roter Ampel und geschlossener Schranken links in die Eisenbahnkreuzung ein.

Wenig später krachte ein durchfahrender Zug, der bereits ein Bremsmanöver eingeleitet hatte, mit rund 90 km/h gegen den Kleintransporter, in welchem sich neben dem Fahrer und einer Begleiterin (27) sieben Kinder im Alter von zwölf bis 15 Jahren saßen. Sie alle waren auf dem Weg zu einer Schule für Kinder mit Förderbedarf.

Die Bewohner Buggenhouts trauern. Hier trägt sich ein Mann ins Kondolenzbuch ein, welches im ...
Die Bewohner Buggenhouts trauern. Hier trägt sich ein Mann ins Kondolenzbuch ein, welches im Rathaus aufliegt.(Bild: AP/Virginia Mayo)

Doch dort kamen sie nicht mehr an. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Kleintransporter mehrere Meter weit weggeschleudert. Zwei Schüler, der Lenker und die Begleitperson starben noch an Ort und Stelle. Von den fünf verletzten Kindern haben bereits einige das Krankenhaus wieder verlassen. Doch die seelischen Wunden werden noch sehr lange offen bleiben.

Autopsie lieferte „keine eindeutigen Hinweise“
Offen sind auch noch viele Fragen zum Crash. Die Autopsie des Buslenkers hat belgischen Medienberichten zufolge „keine eindeutigen Hinweise“ auf eine mögliche gesundheitliche Ursache oder Beeinträchtigung geliefert. Dem Vernehmen nach werden noch weitere Untersuchungsergebnisse abgewartet. Die Witwe des fünffachen Vaters mit algerischen Wurzeln kann sich ebenso wenig erklären, wie das passieren konnte. Sie beschrieb in einem Interview mit „De Morgen“ ihren Mann als „professionellen Fahrer“, der seit ungefähr 20 Jahren Kinder aus dem Sonderunterricht transportiert habe und auch keine Vorstrafen hatte. Außerdem betonte die indirekt, dass sie nicht glaube, dass ihr Mann absichtlich gehandelt habe.

Lokführer nicht unter Drogen- oder Alkoholeinfluss
Laut Polizei hatte der Lenker mit seinem Bus eine der Schranken durchbrochen und war noch in Bewegung, als der Zug das Fahrzeug erfasste. Der Lokführer war weder alkoholisiert noch stand er unter dem Einfluss von irgendwelchen Drogen. Er und die rund 100 betroffenen Passagiere blieben weitgehend unverletzt, einige von ihnen mussten vor Ort verarztet werden.

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