Sanis statt Notärzten

„Die Landesregierung setzt Leben aufs Spiel!“

Niederösterreich
27.05.2026 09:15

Die Grünen fordern, die Schließung von Notarzt-Stützpunkten in Niederösterreich aufzuschieben. Just die Rettungsorganisationen sehen das aber anders.

Der Streit um die geplante Schließung von landesweit elf Notarzt-Standorten im April des kommenden Jahres spitzt sich zu. Die Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Notfallversorgung im weiten Land werden eines der bestimmenden Themen in der Landtagssitzung am Donnerstag sein.

Diplomierte Notfallsanitäter
Die Grünen werden beantragen, die Auflassung der Stützpunkte auszusetzen. Und zwar so lang, bis genug diplomierte Notfallsanitäter als Ersatz bereitstehen. „Andernfalls setzt die Landesregierung Leben aufs Spiel“, sagt es die grüne Klubchefin Helga Krismer dramatisch.

Zitat Icon

Zuerst muss es genug topausgebildete Notfallsanitäter geben, erst dann kann man sich überlegen, die Notarzt-Einsatzfahrzeuge aus dem System zu nehmen.

Helga Krismer, Klubobfrau der Grünen

Politisch heiß umkämpft
Der SPÖ wirft Krismer „falsches Spiel“ vor. Zwar haben auch die Roten – wie berichtet – die Rückstellung der Notarzt-Schließungspläne gefordert. „Aber unserem Antrag haben sie im Gesundheitsausschuss nicht zugestimmt“, so die grüne Frontfrau. Den Forderungen von Grünen und SPÖ wird die Landeskoalition im Landtag mit einem eigenen Antrag zur Zukunft der Notfallversorgung in Niederösterreich kontern. Details stellt die ÖVP heute vor.

Retter winken ab
Übrigens: Die von den Grünen angesprochenen diplomierten Notfallsanitäter gibt es in Österreich noch gar nicht. Eine solche Ausbildung müsste erst – wie von den Grünen gefordert – von der Bundesregierung etabliert werden. Allerdings: Braucht man diese „akademischen“ Sanitäter als Notarzt-Ersatz? Die Rettungsorganisationen sind davon jedenfalls nicht überzeugt. Man sei auf den Strukturwandel vorbereitet und habe bereits genug Notfallsanitäter mit einem höheren Ausbildungsniveau ausgestattet. Die Conclusio der Retter: Die Notfallversorgung sei bereits jetzt mit Notfallsanitätern machbar.

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