Neue Herausforderung für den Industriestandort Oberösterreich: Weil Betriebe weniger junge Leute ausbilden, stehen künftig weniger Fachkräfte zur Verfügung. Die SPÖ warnt.
Am stärksten betroffen ist die Industrie – und das besonders in OÖ. Hier ist die Zahl der Lehrlinge im ersten Lehrjahr über alle Sparten um 5,2 Prozent gesunken, in der Industrie sogar um 12,2 Prozent. „Insgesamt wurde jede siebente Lehrstelle gestrichen“, sagt Nationalratsabgeordneter und FSG-OÖ-Chef Michael Seemayr (SPÖ) und ergänzt: „Das ist in Zeiten eines steigenden Bedarfs an Fachkräften alarmierend. Wer heute nicht ausbildet, wird morgen umso lauter nach ihnen rufen müssen“, sagt der PRO-GE-Gewerkschafter.
Große Betriebe würden mittlerweile die Ausbildung einstellen, gutes Personal jedoch vom Mitbewerb abwerben. Die durch den Stopp der betriebsintern frei gewordenen Mittel würden dann für die Überzahlungen verwendet werden, nennt Seemayr ein Beispiel. Laut AMS-OÖ-Chefin Iris Schmidt sei der Lehrlingsmangel ein Problem, das sichauf die Zukunft auswirke: „Laut einer Prognose fehlen bis 2050 120.000 Erwerbspersonen“, so Schmidt.
SPÖ-Vorsitzender Martin Winkler fordert nicht nur deshalb ein Konjunkturpaket für das Land. Neben den bekannten Forderungen für Investitionen in PV- und Windkraftwerke sowie in Speicher und der Errichtung 500 zusätzlicher Wohnungen pro Jahr bis 2031 spricht er sich wie Michael Seemayr für eine Qualifizierungsoffensive und einen Lehrlings-Ausbildungsfonds durch die öffentliche Hand aus. Landesrat Winkler sagt: „Ein Arbeitsplatz bedeutet Einkommen, Sicherheit, Würde und Zukunft. Genau diese Sicherheit müssen wir wieder in den Mittelpunkt stellen.“
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