Tristes Sittenbild

So schmutzig sind die Geschäfte der Drogendealer

Oberösterreich
09.06.2026 11:21
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Es ist ein tristes Sittenbild: Ermittlungen im Bezirk Braunau zeigen, wie die Drogendealer „arbeiten“. Unter rumänischen Gastarbeiten floriert der Verkauf von Aufputschmitteln wie Crystal Meth und Amphetamin. Einer dieser Typen soll seine ehemalige Lebensgefährtin über längere Zeit mehrfach vergewaltigt haben. Auch in der Stadt Braunau wurde in einem park heftig gedealt.

Der Koordinierte Kriminaldienst des Bezirkspolizeikommandos Braunau führte seit mehreren Wochen Ermittlungen gegen eine aus Ungarn bestehende Tätergruppierung durch. ,Sie sollen  synthetische Suchtmittel – teils aus den Niederlanden, teils aus Ungarn – in den Bezirk Braunau geschmuggelt und anschließend vorwiegend in Lokalen in Mattighofen sowie in Industriebetrieben im Mattigtal weiterverkauft zu haben. 

Für Schmuggelfahrt Methamphetamin im Auto verbaut
Zuerst gelang es, in Eggelsberg einen Ungarn (52) festzunehmen, nachdem dieser in seinem Pkw verbaut Methamphetamin von Budapest nach Österreich transportiert hatte. Er steht im dringenden Verdacht, in den vergangenen vier Monaten wiederkehrend Methamphetamin für den Weiterverkauf in das Innviertel geschmuggelt zu haben. Außerdem wird dem Beschuldigten angelastet, seine ehemalige Lebensgefährtin über längere Zeit zu geschlechtlichen Handlungen genötigt und mehrfach vergewaltigt zu haben. Die Frau konnte im Zuge der Festnahme in einem Nebenzimmer einer Arbeiterunterkunft angetroffen werden; im Zimmer wurde auch eine Schreckschusspistole sichergestellt, die sie eigenen Angaben zufolge zum Schutz vor ihrem ehemaligen Lebensgefährten angeschafft hatte. Über Anordnung der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis wurde der Beschuldigte in eine Justizanstalt eingeliefert.

Trio verscherbelte Suchtgift weiter
Weitere Ermittlungen ergaben, dass der Festgenommene die Suchtmittel nicht nur selbst geschmuggelt, sondern diese auch von einer dreiköpfigen, ungarischstämmigen Tätergruppe in Mattighofen bezogen haben soll. In einer Unterkunft in Mattighofen konnten schließlich zwei Mittäter, 23 Jahre und 32 Jahre alt, ausgeforscht, sowie Amphetamin und Verkaufsutensilien sichergestellt werden. Schlussendlich konnte auch die Bunkerwohnung des mutmaßlichen Lieferanten in Mattighofen ausgeforscht werden. Diese wurde Ende April auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis und mit Unterstützung des Landeskriminalamt durchsucht. Dabei wurden 1650 Stück Ecstasy-Tabletten und ein niedriger fünfstelliger Bargeldbetrag sichergestellt. 

Beschuldigter wurde an Ort und Stelle festgenommen
Der 38-jährige Beschuldigte wurde noch vor Ort festgenommen und zeigte sich geständig. Er steht im dringenden Verdacht, zum Teil gemeinsam mit seinen Mittätern etwa 3,5 Kilogramm Amphetamin sowie rund 3.000 Ecstasy-Tabletten von Amsterdam nach Österreich geschmuggelt zu haben. Die Suchtmittel wurden den bisherigen Ermittlungen zufolge überwiegend bei Veranstaltungen der rumänischen Community in Mattighofen sowie im Bereich von Industriebetrieben im Mattigtal in Verkehr gesetzt.

Drogen im Braunauer Palmpark verkauft
Parallel zu diesen Ermittlungen führte der Kriminaldienst auch Strukturermittlungen wegen offener Drogengeschäfte im Stadtgebiet von Braunau am Inn. Hintergrund waren Anzeigen über offensichtliche Suchtmittelgeschäfte in innerstädtischen Parkanlagen. Bei den Observationsmaßnahmen konnte ein 19-jähriger ausgeforscht werden, der im dringenden Verdacht steht, seit März 2026 über eigens eingerichtete Social-Media-Profil zumindest 120 Gramm Kokain sowie 1,2 Kilogramm Marihuana von Lieferanten aus Deutschland bezogen, nach Österreich transportiert und überwiegend im Raum Braunau weiterverkauft zu haben. 

Auf Dachböden versteckt
Die Suchtmittel lagerte der zeitweise obdachlose Beschuldigte in Kellerabteilen bzw. Dachböden verschiedener Mehrparteienhäuser, zu denen er sich widerrechtlich Zutritt verschafft haben soll. Auch in diesem Fall konnte die Bunkerwohnung ausgeforscht werden. Bei der Durchsuchung wurde der 19-Jährige mit einem 23-jährigen Mittäter vorläufig festgenommen. Dem 23-Jährigen wird vorgeworfen, die Räumlichkeiten zum Verpacken der Suchtmittel zur Verfügung gestellt zu haben. Neben verkaufsfertigen Suchtmitteln konnte auch eine Kennzeichentafel gefunden werden, die zuvor von einem Radarfahrzeug der Stadtgemeinde Braunau gestohlen worden war. Beide Beschuldigten zeigten sich umfassend geständig und werden der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis angezeigt.

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