Nach neun Jahren wurde erstmals wieder ein Exemplar der vom Aussterben bedrohten einheimischen Nashorn-Art gesichtet. Und ein Forscher von der Johannes Kepler Universität in Linz war maßgeblich daran beteiligt – und das von der Luft aus.
Der Linzer Uniprofessor Oliver Bimber konnte in Indonesien eine aufsehenerregende Entdeckung machen. Auf der Insel Sumatra gelang ihm mit spezieller Drohnentechnik der Nachweis, dass dort zumindest noch ein Exemplar des legendären Sumatra-Nashorns lebt. „Es ist für mich ein echtes Wunder. Die letzte Sichtung gab es 2017, die letzte Fußspur war 2019 gefunden worden. Seither war unklar, ob es in freier Wildbahn noch welche gibt“, so der Vorstand des JKU-Instituts für Computergrafik.
Helfer vor Ort ausgebildet
Vor Ort wurden zunächst 13 Helfer ausgebildet, damit sie die Drohnen und das Softwaresystem in dem 13.000 km² großen Way-Kambas-Nationalpark bedienen. Bei 35 Grad in einem Dschungel, in dem neben Tigern, Leoparden und Waldelefanten auch gefährliche Wilderer herumstreifen. Bewaffnete Ranger begleiteten das Team. In der fünften Nacht im Dschungel kam es zum Sensationsfund. „Unser Bildgebungsverfahren kann unter dichtem Blätterdach kleinste Bewegungen erkennen. Es war ein junges Nashorn, wie Spuren und DNA-Proben bestätigten.“ Bis zur Regenzeit im Oktober wird nach weiteren Exemplaren gesucht.
Vom Aussterben bedroht
„Das Sumatra-Nashorn ist akut vom Aussterben bedroht. Wenn wir diese Art retten wollen, zählt jedes Tier und jedes verlorene Jahr. Umso wichtiger ist jeder Nachweis“, sagt WWF-Experte Georg Scattolin.
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